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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.02.1922
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- 1922-02-01
- Erscheinungsdatum
- 01.02.1922
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- Deutsch
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»«ck-EoN I. d. Dtlchn. Such«and-l. Sprechsaal. X- 27, I. Februar 1922. Prüfung unterziehe», werden bemerke», baß sich verschiedene »Verlags buchhandlungen« in größeren und kleineren Anzeigen zur Herausgabe von Werken, zur Förderung von Schriftstellern und Komponisten an bieten »unter sehr günstigen Bedingungen«. Vor mir liegen 27 Zeit schriften verschiedenster Art, die alle ein derartiges Anerbieten in An- zeigensorm enthalten. Rach meiner oberflächlichen Schätzung habe ich berechnet, daß die Kosten dieser Insertion etliche Tausend Mark be tragen! Was veranlaßt wohl den oder die Verleger, solch' hohe Sum me» zu opfern, um Verbindung mit Schriftstellern zu bekommen? Jeder Verleger weiß, daß an Schriftsteller-Angeboten ganz und gar kein Mangel herrscht, und jeder kleine Verlag, der einige Jahre besteht, kann ohne große Mühe und ohne daß' er Zeitungsanzeigen benutzen muß, Autoren in Hülle und Fülle bekommen. Kurz und gut, mit einem Wort: es ist der Bauernfang, die Spekulation aus den Ehrgeiz und die Eitelkeit derjenigen, die sich »gedruckt« sehen wollen. Ein Schrift steller, der sich seines Wertes bewußt ist, der aus innerer Überzeugung zur Feder greift, um dem schöpferischen Webe» in sich Gestaltung zu geben, wird.sich nicht auf ein solches Inserat hin melden. Dagegen schreiben alle die Leute, die tn einigen schwachen Stunden ihr« wahre Bestimmung entdeckt zu haben glauben, oder die aus anderen Grün de» nie einen Verleger für ihre »Werke« finden werde». Allerdings, die meisten haben nach einem mehrmaligen Briefwechsel genug und übergenug von dem schriftstellcrfrcunblichen Verlag — denn sie sollen bezahlen und wieder bezahlen, ehe sie überhaupt daran denken können, daß sich der Setzer mit ihrem Manuskript beschäftigt. Mag das »Buch« oder der »Gcdichtband» noch so mittelmäßig, noch so schlecht fein, mag er hahnebüchenen Blödsinn in ausgeprägtester Form ent halten, der Verleger ist nach »sachgemäßem, durchaus objektivem Ur teil« stets des Lobes voll über die Arbeit, die in Buchform »weiteste Kreise auf den Autor aufmerksam machen wird« fwörtlichl). Bas ich verlege, ist so ziemlich gleich, wenn es nur recht viel einbringt. Und der Unglückliche, der, erst recht jm Glauben an feine Bestimmung be stärkt, vielleicht, nein — meistens nicht gerade mit Glücksgütern ge segnet ist, scharrt seine letzten Notgroschen zusammen, um dem Ver leger die Druckkosten für die 1. Auflage zu bezahlen, die nach der tröstenden Versicherung des Verlegers ja reichlich wieder hercinkommcn und neben dem literarischen Ruhm noch einen erklecklichen Gewinn brin ge» werden! Daß der Verleger an den Druckkosten noch besonders verdient, braucht nicht erwähnt zu iverden. Vielleicht gibt er sich auch Mühe, die Bücher zu verkaufen, um natürlich daran auch noch ent sprechend zu verdienen — dann erst erhält der Autor seine Tantieme für jedes verkaufte Exemplar. Sehr interessant ist ein svlchcr Verlagsvertrag, jedoch langt der Raum nicht, ihn hier wiedcrzngebcn. Er ist ein wahrer Rattenkönig von Paragraphen, der dem Verleger alle Rechte sichert »nü dem Autor die angenehme Beruhigung gibt, gedruckt zu iverden und in nebelhafter Ferne die goldenen Berge der Riesenvcrdienste zeigt. Ein armer Teufel von »Schriftsteller», eine ehrlich«, biedere Haut, aber literarisch voll kommen nnbedentcnd, machte sich mir gegenüber in bitteren Worten Lust über die Auspressungspolitik seines Herrn Verlegers: er hatte sitr seine Verhältnisse ansehnliche Stimmen, nahezu seine ganzen Er sparnisse geopfert und mutzte nach vergeblichem Hoffen eirrsehen, daß alles ei» großer, rechtlich aber nicht zu ahndender Betrug sei. Soll man den Leuten, die sich schriftstellerisch berufen glauben, eine» Vor wurf machen? Doch wohl erst in zweiter Linie, desto mehr verdient aber der Herstellungskostcnverleger an de» Pranger gestellt zu iverden. Wenn nicht diese zweideutigen, für uns Buchhändler aber eindeutigen An zeigen, überhandnähmen, hätte ich in dieser Sache die Allgemeinheit nicht auf diese Parasiten in, Buchhandel aufmerksam gemacht. Ich sehe aber weiter, daß durch solche GeschästSmaßnahnien auch dem Buchhandel an und für sich Gefahr droht! Jeder anständige Verleger gibt Bücher aus eigene Kosten heraus oder nimmt sie in Kommissionsverlag, was ja seltener vorkommt. Er wird sich nie zur Heraus gabe eines Buches entschließen, wen» er nicht das Buch als erfolgversprechend beurteilen konnte. Er geht das große Risiko ein, er wagt, er steckt Geld in die Herstellung — was beim Herstel- lungskostenverleger der Autor alles selbst zu besorgen hat. Das un sinnigste Geschreibsel findet auf diese Weise seinen Verleger, eine Grenze nach unten gibt es einfach nicht. Nicht genug, daß jährlich ganze Stapel'von Bücher» erscheinen, di« besser hätten ungeschrieben bleibe» können, sie stehen aber noch himmelhoch über den Schöpfungen der Hcrstellnngskostcnverlcger, dem, wenigstens der Verleger glaubte an ihren Erfolg, an ihre Berechtigung, an einen guten Absatz, was ja durchaus seine höchstpersönliche Angelegenheit ist und bleibt! Mit dem Erfolge ihrer schriftstcllersreundlichen Reklame durchaus zufrieden, be nutze» die betresfenben Selbstkostenverleger die gemachte» Rcklamccrsah- rnngen, um ihre Bücher auf dem gleichen Weg« — durch Anzeigen und Prospektversendnng — abzusetzen. Und mancher Bücherfreund läßt sich durch Titel und selbstgeschriebene Kritik zum Kauf bewegen — zmn Schaden der anderen Verleger, die nicht so geschäftstüchtig sind und manchmal jahrelang warten müssen, um die 1. Auflage eines wert vollen Buches abzusetzen, an dessen Herstellung sic viel Geld und manche Arbeitsleistung gewandt haben. Das ist die Gefahr, die durch un lautere Konkurrenz den Berlagsbuchhandel bedroht. Fand ich doch so gar in bedeutenden Exportzcitschristcn, die zum großen Teil »ach Über see gehen, die Bücherangebote von Hcrstcllnngskostenverleger»! Ein Auslanddentscher, der sich seinen gesunde» Sin» für gute Literatur be wahrt hat, wird nach der Lektüre solcher Bücher entsetzt sein über den Tiefstand der deutschen Literatur, wenn er das Geschwafel nicht für expressionistisch« Sonderlcistnnge» ansieht. Das gute Sortiment wird selten, meistens wohl überhaupt nicht die Erzeugnisse solcher geschäfts tüchtigen Verleger führen, bleibt also nur der Verkauf an Pri vate ftir di« in rascher Folge erscheinenden Neuigkeiten. Es ist ganz »nd gar nicht meine Absicht, zu polemisieren — wer sich getroffen fühlt, nehme es auf seine Kappe! Mich dauern nur die armen Autoren, die Fleiß, Zeit und Geld für eine» schönen Irrwahn eintanschen, und die armen Bücherkäufer, die sich vergeblich abmiihen, hevauszubekom» men, wes Geistes Kind Autor und Verleger sind. Sollte da nicht der Börscnverein einschreiten, um diesem Treiben ein Ende zu machen? Eine Aussperrung vom Buchhandel, der durch solche »Verleger« herab- gewürdigt wird, wäre ein ganz probates Mittel. Ich überlasse es den Herren Kollegen, zu einer endlichen Klärung dieser mißlichen Tatsachen beizutragcn, denn das erfordert die Standesehre! Umsatzsteuer. De» 8 7 des UmsahsteuergesetzeS sollte sich jeder Sortimenter, der seine Kontinuation direkt durch die Post an die Besteller befördern läßt, einmal gründlich durchsetzen. Der 8 7 des klmsatzstcuergesetzes hat folgenden Wortlaut: »Bei Abwicklung mehrerer von verschiedenen Unternehmern über dieselben Gegenstände ober über Gegenstände gleicher Art abgeschlos senen Unisatzgeschäfte sind nur die Lieferungen derjenigen Unternehmer steuerpflichtig, di« den unmittelbaren Besitz übertragen. Der Über tragung des unmittelbaren Besitzes durch einen Unternehmer steht die Übertragung durch denjenigen gleich, der die Gegenstände auf Grund eines besonderen, mit dem Unternehmer abgeschlossenen Ver trags siir diesen besitzt, es sei denn, daß er lediglich die Beförderung der Gegenstände übernommen hat. Betrifft im Kalle des Abs. 1 eines der Umsatzgeschäste ein« Liefe rung der in den 88 1b und 21 bezeichnet!» Art, so ist der Lieferer auch dann steuerpflichtig, wenn er de» unmittelbaren Besitz nicht überträgt.« Danach find nicht nur di« Beträge, welche die vom Sortiment ansgcgebenen Postabonncnten erbringe», umsatzsteuerfrei, sondern auch die Provision, die der Verleger vergütet, braucht nicht ver steuert zu werde». Nach 8 7 muß also der Verleger einmal diese Steuer entrichten, und als zweiter Zahler käme die Post in Krage. Münster i. W. Jos. Thiele. Achtstundentag. In den Mitteilungen des Arbeitgeberverbandes der deutschen Buchhändler vom Dezember IS21 findet sich e!» kurzer Bericht, nach weichem eine Leipziger Bank vom Schöffengericht zu 2lll>0 Mark Geld strafe verurteilt worden ist, wett sie ihre Angestellten geraume Zeit länger als acht Stunde» täglich beschäftigt hat. Merkwürdigerweise ist nicht gesagt, ob die Bank Berufung eingelegt hat. Da vor kurzem Zeitungsnachrichten zufolge ein anderes Gericht in gleichem Kalle freigesprochen Hai, wäre cs von Wichtigkeit, zu wissen, ob und von welchem Gericht »och Urteile ergangen sind. Vielleicht können Kol legen darüber genauere Angaben machen. Ü. Wer liefert Mauersteine zum Unterricht an gewerblichen Schulen? Zum Unterricht an technisch-gewerblichen Schulen wird des öfte ren bei uns nach Mauersteinen, Format 4X2X1 am, gefragt. Könnte einer der Herren Kollegen uns Mitteilen, wer diese Mauer steine liefert? Früher konnte man solches Material -durch den Buchhandel be ziehen. Für Angebote oder Mitteilung von Bezugsquellen wäre» nur zu Tank verbunden. Kopenhagen. A. Erslev, International kZoxüanckel. 110
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