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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.02.1893
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1893-02-16
- Erscheinungsdatum
- 16.02.1893
- Sprache
- Deutsch
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von Inkunabeln sind wegen der vielen im Text vorkommenden Ab breviaturen und Ligaturen ganz besonders schwierig zu drucken; die älteren derartigen Drucke, wie z. B. Hains Repertorium, sind typographisch ganz abscheulich ausgesührt. Später sind wohl Campbells Annalen der niederländischen Litteratur des 15. Jahrhunderts von den Gebrüdern Giunta d'Albani vortrefflich gedruckt worden, sie kommen aber gegen diese Musterleistung nicht auf. Unter de» Reproduktionen älterer Drucke verdienen die höchste An erkennung die Faksimiledrücke amerikanischer Grammatiken und Voka bularien herausgegeben von Julius Platzmann (Verlag von B. G. Teubner in Leipzig); hierbei ist zu bemerken, daß die Faksimiles nicht etwa aus photographischem Wege, sondern typographisch mit Schriften gleichen Schnittes hergestellt worden sind. Auch nur mit annähernder Vollständigkeit auf die fremdsprachlichen Werke einzugehen, dürste uns zu weit führen. Für Griechenland hat Drugulin eine Reihe von illustrierten Zeitschriften, wie z. B den Hesperos, die Kleio, ferner illustrierte Werke, wie z. B. Goethes -Faust» griechisch, Dramen von Rangabö u. s. lv. gedruckt. Für die katholische Mission in Syrien ist ein Ureviarium ctmläaioum in 3 Bänden, in gleicher Ausstattung eine Ausgabe der ^cta mart^rum st savotorum clüal- ckaeorum st kersaram (Leipzig, Otto Harrassowitz), ferner das Oürooioon ^riaeuio des Gregorius Barhebraeus (Paris 1830) und ein älamiel cio pistö (Paris 1886) bei Drugulin hergestellt. Von allen diesen Druckwerken gilt, was der Herausgeber des Barhebraeus in der Vorrede pLA. VIII schreibt: -8ous ts rapport tzpo^iaxoigus, notrs öäilion est uu rrai bijon; l'iwpiiwerie orientale äs Ll. W. ürugulin sewdlo vou- loir surpasser taut ce gu'on arait imprime so ebalcksen jusgu'ä nos joars.- In gleich vortrefflicher Weise sind arabische, Persische, türkische, malayische, hebräische, rabbinisch - hebräische, assyrische, birmanische und Sanskrit-Drucke für deutsche und ausländische Verleger und gelehrte Gesellschaften gedruckt, die aufzusühaen hier kein Platz ist. Drucke, wie Böhtlingk, die Sanskritgrammatik Paninis(Leipzig,H. Haessel), das arabisch-englische Wörterbuch von Salmons (London, Trübn er LCo.), die für den Gebrauch der jüdischen Synagogen in Paris hergestellten Ge betbücher (Paris, A. Lev y), Delitzsch's Neues Testament hebräisch (London, Bibelgesellschaft) sind Meisterwerke der Typographie. Die Drugulinschen Druckwerke werden zweisellos einen Glanzpunkt der deutschen buchgewerblichen Kollektivausstellung bilden und Zeugnis vo» deutschem Fleiß, deutscher Kunst und deutschem Geschmack ablegen. L. 8. Beschlagnahme. — Abermals beschlagnahmt wurde auf Anordnung des Kammergerichts in der Buchhandlung von Georg Höppner in Berlin, Krausenstr. 49, die Druckschrift: -Eine Protest-Eingabe an Se. Excellenz den Herrn Reichskanzler v. Caprivi- von Karl Paasch Aenderung der Städtenamen Dorpat und Dünaburg. — Die am 10. Februar <30. Januar a. St.) ausgegebene Nummer der russischen Gesetzsammlung enthält den kaiserlichen Befehl zur Aenderung der Namen der beiden Städte Dorpat und Dünaburg in Jurjew und Dwinsk. Schutz der deutschen Zeitungsartikel in Amerika. — Wir empfingen solgende Mitteilung, deren Kenntnis wir gern weiteren Kreisen vermitteln: Unter der Bezeichnung »Osi-man - Xmeriean ksuilloton- Xxono^- hat sich in New-Uork eine Gesellschaft gegründet mit der Auf gabe, seuilletonistische Arbeiten deutscher Autoren in Amerika zu ver werten. Die Centralstelle für Europa ist das Literarische Institut I. Bensheimer in Mannheim. Die ^ßsoex arbeitet seit dem 1. Januar mit dem besten Erfolg, und es ist Hoffnung vorhanden, daß cs diesem Unternehmen gelingen wird, die deutschen Autoren wenigstens hinsichtlich ihrer kurzen seuilletonistischen Arbeiten vor dem bisher in Amerika üblich gewesenen System der Freibeuterei zu schützen. Bedeu tende Schriststeller - Vereinigungen , Verleger von Zeitungen und Zeit schriften haben sich dem Unternehmen bereits angeschlossen, dessen Haupt bedingungen im wesentliche» die folgenden sind: 1) Für den Vertrieb in Amerika sind Artikel im Umfang von höchstens 350 Druckzeiten geeignet. 2) Die Aussätze dürfen nicht ausgeprägt wissenschaftlicher oder lokaler Färbung sein, damit sie auch dem amerikanischen Zeitungsleser Interesse abgewinnen. 3) Jedes Feuilleton muß von einer besseren deutschen Zeitung zum Abdruck angenommen sein und mindestens 14 Tage vor dem Erscheinen in der betreffenden deutschen Zeitung oder Zeitschrift an die Firma I. Bensheimer in Mannheim in Abschrift oder Bürsten-Abzug eingesandt werden. Jeder einlausende Artikel wird sofort geprüft und am selben Tage entweder das Manuskript zurückgeschickt oder das ent fallende Honorar bar zugesendet werden. Verlegern von Zeitungen und Zeitschriften, die bisher in Amerika rücksichtslos ausgebeutet wurden, ist durch die üermen-^msrioau ksuilletoo-Lxooov Gelegenheit geboten, ihr Material, soweit es seuille tonistischen Charakters ist, vor dem Nachdruck zu schützen. Im Interesse der deutschen Schrislstellerwelt sowie der deutschen Verleger wäre es zu wünschen, daß das Unternehmen von allen Seiten unterstützt werde. Zu jeder weiteren Auskunft ist die Firma I. Bensheimer in Mannheim gern bereit. Vortrag. — In der Buchhändlervereinigung des christlichen Vereins junger Männer in Berlin (81V., Wilhelmstr 34) wird am Dienstag den 21. Februar Herr L Graeter einen Vortrag über Ludwig Uhland halten. Gäste werden willkommen sein. -Krebs» Verein jüngerer Buchhändler in Berlin. — Am Freitag, den 27. Januar feierte der -Krebs» den Geburtstag des deut schen Kaisers. Ungefähr siebzig Mitglieder und Gäste, unter welch letzteren wir zahlreiche »Alte Hallenser- begrüßen konnten, fanden sich im Saale des Vereinslokales zusammen. Nachdem der erste Vorsitzende, Herr Max Paschke, die Anwesenden willkommen geheißen, gelangte Wild- Queißners -Hohenzollernsang» (Solo Herr Schweißer) zum Vortrag. Daran schloß sich die warm empfundene Festrede des Herrn Kober, die in die von den Anwesenden gesungene Nationalhymne ausklang, sodann einige Deklamationen und patriotische Gesänge In dem nun folgenden zweiten Teile entwickelte sich unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden eine äußerst fröhliche Stimmung, die alle Anwesenden bis zur späten Abendstunde beisammenhielt. Nach langer Pause veranstaltete der -Krebs- am 4. Februar wieder ein Fest mit Damen in den herrlichen Festsälen des Vereinshauses. Zu diesem -Winterseste- war ein überaus reicher Damenflor erschienen. Auch andere Gäste hatten sich zahlreich eingefundeu, so daß fast zwei hundert Personen den großen Saal füllten Das Fest begann mit einigen Tänzen; alsdann gruppierten sich die Teilnehmer vor der Bühne, das eigentliche Programm des Abends erwartend Zunächst betrat Fräulein Emma Stroetzel das Podium und sprach einen von Herrn R. Gollmer verfaßten Prolog. Diesem folgten abwechselnd Deklamationen der Herren Gollmer und Rübner und Gesangsvorträge von Frau Braun. Später ging der Schwank von A. Günther »In Hemdsärmeln- in Scene und erregte in seiner recht gelungenen Darstellung die Heiterkeit und den Beifall der Zuhörer. Hiermit endigte das Programm. Der Rest des Abends war dem Tanze gewidmet, der in angenehmer Weise noch durch ein komisches Duett (Herr und Frau Braun) unterbrochen wurde. Bis zum frühen Morgen dauerte das lustige Treiben der Krebse, ihrer Damen und Gäste; fast vollzählig blieb die ganze Gesellschaft bis zum Schluß beisammen, und ohne Ausnahme hörte man nur Worte der Befriedigung und Anerkennung über das außerordentlich gelungene Fest, das allen Teilnehmern gewiß in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Personalnachrichte». Erlaubnis zur Ordensanlegung. — Se. Majestät der König von Preußen hat dem Professor 1)r. Büttner Pfänner zu Thal, Besitzer der Firma Verlag zum Greiffen in Leipzig, die Erlaubnis zur Anlegung der ihm von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Sachsen verliehenen goldenen Jubiläumsmedaille erteilt. Gestorben: am 9. Februar im noch nicht vollendeten zweiundfünfzigsten Lebens jahre Herr Fritz Volger in Landsberg a/W, Mitinhaber der dortigen Buchhandlung Volger L Klein. Ueber den humorbegabten und mit reichen schriftstellerischen Talenten ausgestatteten dahin geschiedenen Bcrussgenossen empfingen wir solgende Mitteilungen: Fritz Volger f. Am 9. Februar entschlief in Landsberg a. d. Warthe, seiner Heimatsstadt, der nicht nur in unserem Berufszwsige, sondern noch viel mehr als Schriftsteller weithin bekannte Buchhändler Fritz Volger, der als ältester Sohn das Geschäft von seinem Vater (Firma Volger L Klein) am 1. Mai 1875 übernommen hatte und solches weiter einer gedeihlichen Blüte zusührte. Er ist wohl von allen schriftstellernden Buchhändlern der fruchtbarste gewesen und bekundete seine reiche Thätigkeit vorzugsweise aus dramatischem Gebiet, namentlich in dem Genre des militärischen Schwankes, das bis dahin so gut wie garnicht von der Schriftstellerwelt gepflegt worden war. Fritz Volger ist ans diesem Gebiete bahnbrechend gewesen und machte mit richtigem Blick den Verlag militärischer Stücke zum Mittelpunkt seiner Thätigkeit. Aus seiner Feder ging eine große Reihe von mili tärischen Einaktern hervor, welche eine fühlbare Lücke, namentlich im Vereinsleben ausfllllten, wenn patriotische Feste, namentlich des Kaisers Geburtstag und der Sedantag, durch die Kriegervereine verherrlicht werden sollten. Aber nicht nur diesen Vereinen, sondern überall in der Armee war sein Name wohlbekannt, und die in seinem Verlage erschienenen Werke wurden im ganzen Reiche bei den Festlichkeiten des Militärs zum Ge burtstage des Kriegsherrn ausgeführt. Wohl über fünfzig Theaterstücke — darunter auch solche, welche sich aus dem Gebiete des feinen Lust spieles bewegen — rühren aus seiner Feder her, und die Konverjations-
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