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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.01.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1922-01-09
- Erscheinungsdatum
- 09.01.1922
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- Deutsch
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x° 7, 9. Januar 1922. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. den folgenden Jahren kein Buchhändler war, so wurde der Verlag durch Geschäftsführer geleitet, die ihn auch durch die schwere Zeit der Napo- leonischen Kriege hindurchsührten. Im Jahre 1819 begannen die Kauf verhandlungen zwischen den Erben und Reimer, die dann am 9. Januar 1822 zum Abschluß kamen und die Weidmannsche Buchhandlung in den Besitz der Familie Reimer brachten. Reimer nahm 1824 seinen ältesten Sohn Karl und 1830 seinen Schwiegersohn Salomon Htrzel als Teilhaber in die Handlung auf, aus der er selber 1832 ausschied. Unter der Pflege der beiden Schwäger nahm der Verlag einen solchen Aufschwung, daß er bald zu den ersten im deutschen Buchhandel zählte und so umfangreich wurde, daß die In haber an eine Teilung denken konnten. Diese erfolgte am 1. Januar 1863. Hirzel übernahm einen Teil des Verlages und gründete damit die Firma S. Hirzel in Leipzig, während Reimer am 1. Oktober 1864 mit der Weidmannschen Buchhandlung nach Berlin übersiedelte. Hier entfaltete er eine sehr umfangreiche verlegerische Tätigkeit, die sich immer mehr dem Gebiet der Altertumswissenschaft zuwandte, und der er leider schon am 29. Juli 1868 durch den Tod entrissen wurde. Die Weidmannsche Buchhandlung ging auf die Witwe des Verstorbenen, Frau Johanna Reimer geb. Winter, über, die sie bis zum Eintritt ihres Sohnes Hans Reimer, der am 1. Oktober 1864 erfolgte, durch Geschäfts führer verwalten ließ. Hans Reimer hat den Verlag nach mehreren Richtungen vorzüg lich ausgcbaut, und ganz besonders wandte er seine Sorgfalt mit dem besten Erfolg dem Schulbücherverlag zu, der dem Verlage fördernde Kräfte zuführte, die wiederum den wissenschaftlichen Unternehmungen zugute kamen. Am 21. September 1887 entriß ihn ein früher Tod seiner gesegneten Wirksamkeit, und das Geschäft ging auf seine Witwe Frau Emma Reimer, geb. Meyer, und seine beiden noch im Kindes alter stehenden Söhne Karl und Hans über. Reimer hatte seinen Freund vr. Parey testamentarisch mit der Leitung der Weidmannschen Buchhandlung betraut, und ihm an die Seite trat zunächst als Ge schäftsführer und seit dem 1. Januar 1891 als Teilhaber Ernst Bollert. Am 1. Oktober 1910 ist dann Hans Reimer als Mit besitzer in die Handlung eingetreten, in der nun in gerader Linie die vierte Generation der Familie Reimer das Schicksal der altehrwürdigen Weidmannschen Buchhandlung leitet. Wir grüßen sie und ihre Be sitzer an diesem Gedenktage mit dem Wunsche, daß auch das zweite Johrhnndert des Besitzes der Familie Reimer gesegnet sein möge. Jubiläum. — Mit besonderer Genugtuung konnte am 5. Januar die Buchhandlung von Haun L Sohn in Reiche nbach i. V. auf ihr 75jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß sind ihr zahl reiche Aufmerksamkeiten zuteil geworden. Im Verlag der Firma er scheint im 89. Jahrgange auch das Reichenbacher Tageblatt, Amtsblatt usw. »Das Deutsche Buch« im Haag. — Am 7. Januar wurde die Aus stellung »Das Deutsche Buch« im Haag durch den Vorstand der Nieder ländisch-Deutschen Gesellschaft eröffnet. Der deutsche Verlag war durch ein Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Auslandsbuch handel vertreten. Außer der Deutschen Gesellschaft im Haag, dem nie derländischen Minister des Auswärtigen und dem Kultusminister, so wie den städtischen Behörden sind die verschiedenen Ortsgruppen der Niederländisch-Deutschen Gesellschaft, der niederländische Verlegerver ein, Vertreter der niederländischen Gelehrtenwelt, sowie verschiedene bibliophile und künstlerische Verbände und die Presse eingeladen ge wesen. Die Ausstellung der ausgewählten Werke aus dem deutschen Verlag, der Buchgraphik und dem Buchgewerbe im Kunsthause Kley kamp konnte unter der künstlerischen Leitung von Professor Tiemann rechtzeitig zu Ende geführt werden. Anläßlich der Ausstellung gibt die Deutsche Gesellschaft für Auslandsbuchhandel eine Festnummer der Zeitschrift »DasDeutsche Bu ch« heraus, mit Beiträgen bekannter Buchkünstler und namhafter Schriftsteller. Professor Hugo Steiner- Prag, und Prof. Fritz Goetz erörtern vom fachmännischen Standpunkt aus grundlegende Fragen künstlerischer Buchausstattung. Prof. Or. Julius Zeitler gibt einen Überblick über die deutsche Schriftkunst, Or. Mar Osborn über die deutschen Kunstzeitschriften, und Ludwig Sternaux widmet den deutschen Privatpressen eine sachgemäße Betrach tung. Als Kunstbeilagen sind Hans Meids »Barmherziger Sama riter« und Ncmbrandts »Leser« wiedergcgeben. Ein Tag beim Verlagsbuchhändler. — Wie dem in Berlin er scheinenden »Film-Kurier« aus London berichtet wird, wurde un längst vor einer größeren Zuschauerschaft aus den Kreisen des Ver lagsbuchhandels im Hyde Park Hotel ein amerikanischer Film »^ in a publwdinx kou86« vorgeführt, der den Werdegang von Büchern und Zeitschriften trefflich veranschaulicht. Die Auf nahmen sind in einem amerikanischen Riesenbetriebe gemacht, nämlich bei Doubleday, Page L Co. (Ide Oountr^ I^ike ?rv88), Oarcken City, I^onZ krauch X. In diesem Hause, das 1500 Angestellte zählt, werden Bücher und Zeitschriften wirklich von A bis Z hergestellt — eigentlich wird nur das Papier fertig bezogen, alles andere geschieht im Hause selbst. So sieht man im Film, wie ein Verfasser an einem Buche oder an einem Zeitschriftenaufsatze schreibt, man verfolgt das Manuskript weiter, wie es von Frank Nelson Doubleday oder einem seiner Mitarbeiter gelesen wird; weiter folgt man ihm in die Setzerei. Die Monotype-Maschinen stellen den Satz her, dann geht es in die Stereotypie und schließlich in den Druck. Die fertigen Bogen werden geheftet oder gebunden, und dann zeigt der Film, wie die »Ware«, zu der Bücher oder Zeitschriften nun geworden sind, in Ballen oder Kisten versandfertig gemacht werden. Der Film ist nicht nur ein Beispiel dafür, wie große amerikanische Betriebe ihre Arbeit ver filmen — offenbar zu Werbezwecken —, sondern er zeigt auch eine vorbildliche Arbeitsstätte: der Geschäftsbetrieb liegt nämlich, wie im Film gleichfalls gut zu sehen ist, innerhalb eines schönen Garten grundstücks. Nach dem vorliegenden Londoner Bericht sollen auch die technischen Einzelheiten bei dem Film recht gut herausgekommen sein — was ja bei technischen Filmen nicht immer der Fall ist. Beispielsweise sieht man deutlich, daß eine der bekanntesten Zeit schriften des amerikanischen Verlags anders geheftet wird, als es sonst drüben üblich ist. Sehr viele amerikanische »Magazines« werden mit Metalldraht so geheftet, daß sie beim Aufklappen nicht flach liegen. Doubleday, Page L Co. heften »liis VVor1(l8 ^Vorlr« anders: die Blätter werden allseitig beschnitten, sodaß lauter lose Blätter ent stehen, und diese werden auf besondere Weise an der Rttckenseite des Heftes untereinander und mit dem Deckel verleimt. — Bei der Vor führung waren die großen englischen Firmen vertreten; auch der Vertreter einer bedeutenden deutschen Verlagsfirma, Herr Julius Hoffmann in Stuttgart, wohnte der Veranstaltung bei. H. P. Die älteste »Druckschrift«. — Bei den Ausgrabungen des alten Phaistos auf der Insel Kreta, und zwar in den Ruinen des Palastes, fand man u. a. eine Tontafel, die spiralförmig mit altkretischer Bilder schrift bedeckt ist. Eine Entzifferung war bisher nicht möglich, anschei nend behandelt sie einen religiösen Hymnus. Nun ist es aber bei ge nauer Untersuchung sehr ausgefallen, daß die einzelnen Bilderzeichen in ihrer Form und Größe so genau übereinstimmen, daß sie unbedingt mit Stempeln in den noch weichen Ton eingedrückt worden sein müssen. Man muß dazu über hundert verschiedene »Drucktypen« gehabt haben. Es wäre das also das bisher älteste und einzige Monument einer »Druckschrift« aus vorgeschichtlicher Zeit. Ein komisch wirkender Druckfehler hat sich in Nr. 96 der Deutschen Musiklehrerzeitung eingeschlichen: Die Firma Steingräber-Verlag kün digt u. a. das berühmte Musiktaschenbuch von H. Riemann in Leinen an, statt dessen ist mit großen Lettern zu lesen: Musiktaschenduch in Leinen Mk. 5.—. Fürwahr, ein billiges Angebot bei den heutigen Textilpreisen! Nichtig frankieren! — Wir weisen wiederholt darauf hin, daß ab 1. Januar ein Brief im Ortsverkehr 1.26 Mark, im Fernverkehr bis 20 Gramm 2 Mark, von 20—100 Gramm 3 Mark, von 100—250 Gr. 4 Mark kostet. Postkarten kosten im Ortsverkehr 76 Pf., im Fern verkehr 1.25 Mark. Drucksachen bis 50 Gramm 50 Pf. Bücher- zettel dürfen jetzt nur noch mit 50 Pf. (nicht etwa 40 Pf., wie viel fach irrtümlich angenommen wird) frankiert hinausgehen, und solche nach dem Ausland sind mit 80 Pf. freizumachen. — Der ausführ liche Gebllhrentarif war abgeöruckt im Bbl. 1921, Nr. 300 auf S. 1846/47. Postvcrkchr mit Ungarn. — Im Verkehr mit Ungarn sind jetzt Wcrtkästchen mit unbeschränkter Wertangabe nach den Sätzen des Welt postvereinsverkehrs zugelassen. Beizufllgen ist außer dem statistischen Anmeldeschein und der Ausfuhrerklärung eine Zollinhaltserklärung in deutscher Sprache. Blindenschriftsendungen nach Ungarn unter liegen auch ferner der Gebühr des inneren deutschen Verkehrs — 10 Pfennig für je 500 Gramm. Postgebührenerhöhungeil und Geschäftsverkehr. — Die am 1. Ja nuar eingetretene bedeutende Erhöhung der Postgebühren, die damit un gefähr das 29fache des Friedenspreises erreicht, hat die Geschäftswelt in nicht geringe Erregung versetzt. In allen Zeitungen findet man Klagen der besonders stark betroffenen Berufsstände, Organisationen und Geschäftsbetriebe. Die »Münchener Neuesten Nachrichten« haben eine Umfrage veranstaltet und daraufhin verschiedene Antworten erhal ten, die sie fortlaufend veröffentlichen. Der »Handelskammertag« in München schließt seine Antwort niit den Worten: »Wie jede der bisherigen Tariferhöhungen wird sich auch die neue als unzulänglich erweisen, wenn nicht endlich in durchgreifender Weise für größte Wirtschaftlichkeit auf der 35
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