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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.12.1920
- Strukturtyp
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- 1920-12-18
- Erscheinungsdatum
- 18.12.1920
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. ,X^ 280, 18. Dezember 11)20. oder heikle Probleme behandeln. Das soll fiir diese Bücher natürlich kein Tadel sein; ein Katalog ist immer um so besser, je genauer er bte Eigenschaften der darin verzeichnetep Ware angibt. Am Publikum ist es dann, zu wählen. Naturkunde und Technik sind noch verhält nismäßig schwach vertreten; das liegt aber daran, daß diese Gebiete erst seit neuerer Zeit besonders für die Jugend gepflegt werden. Ma» ist für die Answahl zum Teil auf Werke angewiesen, die zwar für Erwachsene geschrieben, aber durchaus leichtverständlich und ansprechend und deshalb auch für die Jugend geeignet sind. Hier ist noch eine Zunahme zn erwarten, während andere, uns heute ferner liegende Gebiete wie Götter- und Heldenlehre naturgemäß einen Rück gang aufweiseu. Im ganzen enthält der Katalog schätzungsweise 7000 bis 8000 Werke, eine Zahl, auf die das deutsche Schrifttum und der deutsche Verlag stolz sein dürfen. Tony Kellen. Mine MtttkilMgen. Die Schule der Weisheit zu Darmstadt. — Zum erstell Male hatten sich die Mitglieder der Gesellschaft für freie Philo sophie in der letzten Novemberwoche in Tarmstadt versammelt, am die Schule der Weisheit des vr. Grafen Her m a n n K eyse r - ling zu eröffnen. Fast hnndert Teilnehmer waren erschienen, um aus Keyserlings Worten selbst zu höre», daß hier wirklich etwas Neues angestrebt wird. Ein kürzlich versandtes Rundschreiben gsbt über die Art und Bestimmung der Schule der Weisheit Auskunft wie folgt: Graf Hermann Keyserling, der Verfasser des Neisctage- buches eines Philosophen, zeigt in seiner Schrift »Was uns not tut — Was ich will«, wie Weisheit, nicht Wissen allein, die abendländische Kultur vor dem Untergänge retten kann, und fordert als gleichwertig neben Kirche imd Universität eine Heimstätte für die Weisheit. Die Bedeutung dieses Gedankens nud die dringende Not wendigkeit seiner Verwirklichung ist sofort erkannt worden: Die Freunde der Keyserliugschen Philosophie haben sich in der Gesell schaft für freie Philosophie znsammcngeschlossen. nm jene Forderung in die Tat umznsctzen. Der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen hat durch eine namhafte Stiftung und indem er die erforder lichen Räume zur Verfügung stellte, die erste Grundlage geschaffen, die zu erhalten und weiter auszubauen das Ziel dieser Gesell schaft ist. Graf Keyserling ist somit in der Lage, in der von ihm erschaffenen und geleiteten Schule der Weisheit eine freie Lehr tätigkeit zu entfalten und der Verwirklichung seines Lebensziels zn leben: der Wiederverknüpsung von Geist und Seele, der wechselseitigen Durchdringung von Lebensinhalt und Lebensform, der Erziehung zu erkenntnisbedingtem Leben. — Die Schule der Weisheit hat kein fest- amschriebcnes Lehrprogramm, denn auf das »Sein«, nicht auf ein »Könnenr ist sie eingestellt. Sie will aus Fragmenten Menschen* aus innerlich Unentschiedenen Führer, aus theoretisch Wissenden Weise heranbilden. Deshalb ist sie überhaupt keine Schule im gewöhnlichen Sinne. Ihr Grundcharakter wird der einer Netraite sein, in der sich die, welche sich mit Keyserling im Ziele eins wissen, zeitweilig zusam- menfinden, um im Zusammenleben von ihm nnd voneinander zu -erneu. Jeder einzelne soll dort seiner Eigenart gemäß gefördert, ledem einzelnen der Weg zu sich selbst, zur persönlichen Seinsgestaltung' gewiesen werden. Solches vermag persönlicher Einfluß allein. Wie in der platonischen Akademie, wie in den Weisheitsschulen des Ostens der lebendige Umgang als wichtiges Lehrmittel galt, so soll jetzt auch m Rahmen des modernen Lebens eine Anstalt erstehen, die keinen Ve rrieb hat, sondern ihr Bildungszicl durch Polarisation der Persön lichkeiten erreicht. Die Hauptwirksamkeit der Schule wird demgemäß ntimen und privaten Charakter tragen. Nichtsdestoweniger sind, nm -.'ine Fühlungnahme zwischen den Mitgliedern zu ermöglichen, periodisch viederkehrende vereinende Wochen geplant, deren Zusammensetzung ind Ausgestaltung zum Zweck größtmöglicher Förderung aller Teil nehmer Gegenstand besonderer Vorsorge des Vorstands sein werden. Nobelpreise. Die Verleihung der Nobel-Preise für Physik an Professor Guillanmc, für Medizin an Professor Krog h und für Literatur an Karl Spittel er und Knut Hamsun fand am 10. Dezember in Stockholm unter großen Festlichkeiten statt. Ferner meldet »Nordiska Preßcentralcn« (Stockholm) aus Ehri- stiania: Laut amtlicher Mitteilung hat das Nobelkomitee des nor wegischen Storthing den Friedenspreis für das Jahr 1010 dem Präsidenten der Bereinigten Staaten W o o d r o w Wilso n und den Preis für das Jahr 1020 dem Präsidenten des Völkerbundrates L5on Bourgeois zuerteilt. Mts dieser Notlage haben der Vorstand des Kreises V des Deutschen Buchdrucker-Vereins, der Vorstand des Vereins Münchener Buch- druckereibcsitzer und der Prinzipals-Tarifkreisvertretcr Bekanntma chungen erlassen, in denen unter Bezugnahme auf den Aufruf des Ta- rifausschusscs den Buchdruckercibesitzern dringend ans Herz gelegt wird, Arbeitslose untcrzubringen. In den Betrieben müsse Umschau gehalten werden, ob trotz mangelnder Arbeit es nicht doch möglich ge macht werden könne, daß der eine oder andere verheiratete, schon lange Wochen, ja Monate arbeitslose Setzer oder Drucker auf kürzere oder längere Zeit aushilfsweise eingestellt werde. Moralische Pflicht sei es. an jede beschäftigte Maschine nur einen Maschinenmeister zu stellen. Auch das Aufräumen alten Stehsatzcs wird empfohlen und das Wiedcr- greifbarmachen des brachliegenden Materials. Eine weitere moralische Verpflichtung wird von vielen Seiten in der möglichsten Beschränkung der Aufnahme von Lehrlingen erblickt. Den größeren Betrieben wird nahegelegt, in ganz prinzipieller Weise einmal ein Jahr lang sich auf höchstens einen Lehrling zn beschränken. Hinsichtlich der Ver gebung amtlicher Druckarbeiten weist der Krcisvorstand darauf hin, daß das württembergische Justizministerium seinen frühe ren Erlaß in Erinnerung gebracht habe, wonach Druckarbeiten nur sol chen Buchdrnckereien überwiesen werden sollen, die den Deutschen Buch drucker-Tarif unterschriftlich anerkannt haben. Zu diesem Erlaß wird bemerkt, daß die bayerischen Ministerien sich an dieser Verfügung ein Beispiel nehmen sollen, da in dem Ausschreiben derselben ledig lich gesagt werde, daß die tariftreuen Buchdrnckereien zur Haupt sache mit den Arbeiten der Ministerien zu berücksichtigen seien. Die bayerischen Buchdrnckereibesitzcr dürften aber nicht ruhen, bis auch die bayerische Negierung ihre diesbezüglichen Anordnungen im Sinne des württembergischcn Justizministeriums erläßt. — Der Kreisvorstand hat auch sehr energische Schritte unternommen gegen die Beliefe rung b a ycris ch er Behörden mit Drucksachen, die von Berliner Firmen gefertigt si n d. — In München ist auch die Gründung einer akademischen Drucker- -verkstätte geplant, nnd zwar durch die pachtweise Über nahme der Druckerei des früheren Kriegsministeriums, wo bei die Beamten und Werkführer mit übernommen wer den sollen. In dieser Werkstätte sollen notleidende Stu dierende beschäftigt werden, die ausschließlich wissenschaftliche Arbei ten, Dissertationen nsw. herzustellen hätten, da diese Arbeiten ange sichts der ungeheuer gestiegenen Herstellungskosten für Satz, Druck und Papier nicht mehr veröffentlicht werden könnten. In einer Bespre chung, an der der Rektor der Universität und Professoren sowie Ver treter der Münchener Buchdrnckereibesitzer teilnahmen, wiesen letztere auf die große Notlage hin, in der sich das Buchdruckgemerbe heute befände. Die Vertreter der Universität betonten aber ausdrücklich, daß es sich bei den von der Werkstätte herzustellendcn Drnckarbeiten ausschließlich um wissenschaftliche Arbeiten, Dissertationen nsw., handle und jede Konkurrenz ausgeschlossen sei. Es wird nun abgewartet werden müs sen, ob sich die »akademische Werkstättc« in diesem Sinne ausschließlich betätigt. Die Prosperität des Unternehmens ist ja eine Frage, die einst weilen von den beteiligten Kreisen noch sehr optimistisch beurteilt wird. Luxussteucr und bedrucktes handgeschöpftcs Büttenpapier. — In der »Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker« lNr. 50) wurde darauf hingewiesen, daß in Sachen der L u x u s st e n e r p f l i ch t für Drucksachen, zu denen h a n d ge s ch ö p f t e s Bütten papier Verwendung findet, bisher immer noch große Unklarheit herrschte. Auf eine nochmalige Anfrage des Hanptvor- sraudes des Deutschen Buchdrucker-Vereins ist vom Neichsfinanz. Ministerium folgender Bescheid erteilt worden: »Auf die Ein gaben vom 20. und 22. November 1920 erwidere ich ergebenst, daß es bei der mit Schreiben vom 15. September- 1020 - III H 7107 2«^ getroffenen Regelung verbleibt. 'Danach sind Papierwaren aus h a n d g e s ch ö p f t e m Büttenpapier beim Er zeuger l u x u s ste n e r p fl i ch t i g; werden diese Gegenstände weiter bearbeitet, beispielsweise bedruckt oder gummiert, so ist nicht nochmals Luxussteucr, sondern lediglich die a l l g e m e i n c Umsatz- stcuer zu entrichten«. — Der Bescheid vom 15. September 1920 wird demnächst vom Ncichsfinanzministerium veröffentlicht werden. Nach dem klaren Wortlaut der vorstehenden Antwort des Neichsfinanzmini- steriums steht nun endgültig fest, daß bei Drucksachen die § Luxus st euer Überhaupt nicht mehr in Frage kommt, sondern daß lediglich die allgemeine Umsatzsteuer s1^"(>) !nnd die Anzeigensteuer (5°/,) anzuwenden sind. Aus dem Münchener Buchdruckgcwcrbc. Was die wirtschaftliche, Eine staaUichc Papierfabrik in Bayern zu errichten, die außeihe.lb Lage betrifft, so kann dieselbe nur als eine sehr gedrückte bezeichnet des Konzerns -:ande, forderte kürzlich im Finanzausschuß des Bayeri- werden. Die Arbeitslosigkeit i st eine sehr große. Von scheu Landtages ter Buchdruckereibcsitzcr und Verlege- Hcldt. Bei der rund 2000 Gehilfen hat die Hälfte eine verkürzte Arbeitszeit: 250 Ge- Begründung dieser Anregung erklärte er u. a. daß die heutig.' Entmick- »ilfen sind völlig arbeitslos, und hiervon sind 80 verheiratet. Ange-! luna in der Papierindustrie eine ungeheure Gefahr für die 2lfenllich- 15 lO
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