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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.08.1891
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1891-08-10
- Erscheinungsdatum
- 10.08.1891
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- Deutsch
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4552 Nichtamtlicher Teil. 183, 10. August 1891. Um 6 Uhr abends versammelte sich die Familie Rost mit ihren Verwandten, den Mitarbeitern, einer großen Anzahl Autoren und Freunden des Hauses im Etablissement Bonorar.d zu einer Festtafel. Herr Hermann Rost eröffnete die Tafel mit einem herz lichen Willkommen und toastete auf seine Gäste. Hierauf folgte eine Aufführung der Enkel des Herrn Her mann Rost, welche als Verlagsartikel auftraten und die einzelnen Wissenschaften, die von der Firma besonders gepflegt wurden, versinnbildlichten und durch gut einstudierte Verse vorführten. Herr Geh. Hofrat Kuntze, der der Firma als eines eigen tümlichen, nicht zu erfassenden wesenlosen Dinges, das doch voll Gemüt in diesem Falle eine lange Reihe von Jahren in der selben Familie sich erhalten habe, ja aus derselben hervorgegangen sei, gedachte, toastete auf die Besitzer und Mitarbeiter dieses unsicht baren Dinges. Herr Adolf Rost dankte und feierte die Autoren. Herr Professor Hauck stieß darauf an, daß Hinrichs das Ver legen nicht nur von der geschäftlichen, sondern auch von der idealen Seite betrieben Herr Präsident Winzer toastete auf die Verwandtschaft; Herr Diakonus vr. Jeremias gedachte der Assyriologie und brachte seinen Trinkspruch auf den ersten Theologen in der Familie aus, den Herrn Pastor Rost. Herr Hoftat Winter leerte sein Glas aus die Freundschaft, die ihn mit Herrn Rost verbinde. Herr Or. Kirchhofs trank auf das gute Verhältnis zwischen Chef und Personal. Herr Pastor Rost feierte die treuen Mitarbeiter, ehemalige und jetzige. Professor Gregory gedachte ebenfalls der Mit arbeiter und toastete auf Herrn Hermann Rost, Herr Geh. Reg.-Rat Wittgenstein aus Herrn Rost als konservativen Mann, Herr De. Gensel aus die Herren Adolf und David Rost als Leiter des Sortiments, in dem man mit Sachkenntnis und Liebenswürdigkeit bedient würde. Herr David Rost toastete aus die Kundschaft. Herr Hermann Rost dankte für die vielen herzlichen Worte und gedachte dabei seines ältesten Mitarbeiters, des Herrn Baldamus, der ihm in unentwegter Treue nahezu 25 Jahre zur Seite stehe. Herr Baldamus dankte in seinem und seiner Kollegen Namen aufs herzlichste und betonte, daß die Treue auch ferner gehalten werden sollte; alle würden in gleichem Geiste weiter arbeiten, um so zum weiteren Ruhm der Firma beizutragen Er leerte sein Glas auf das fernere Bestehen eines guten Ver hältnisses zwischen Prinzipal und Gehilfen. Herr Pastor Zinßer toastete auf Herrn Hermann Rost als den Förderer der christlichen Liebesthätigkeit, Herr Gottwald, als Vertreter des Verbandes, zum Schluß auf Herrn Hermann Rost als Freund und Wohlthäter des Allgemeinen Deutschen Buchhandlungs-Gehilfen-Verbandes. Noch lange nach Schluß der Tafel war man zu einem improvisierten Tänzchen beisammen. Ein jeder Teilnehmer an dem Familienfeste, denn einen solchen Anstrich hatte dasselbe, wird des 1. August 1891 gern gedenken. Der I. C. Hinrichs'- schen Buchhandlung aber wünschen wir ein weiteres Blühen und Gedeihen und der Familie Rost, daß spätere Generationen der selben sich auch am Ende des zweiten Jahrhunderts am I. August 1991 in gleich freudiger und gemütlicher Stimmung zusammen finden mögen. In folgendem Nachtrage seien die Glückwunsch-Adressen zusammen- gcstellt, die der Hinrichs'schen Buchhandlung zu ihrem Ehrcnlagc ge widmet worden sind: Urkunde der Autoren des Assyriologischcn Verlags. Wort Paul Haupts und Friedrich Delitzschs an den großen Herrn, Hermann Rost. Unser Gruß ihue wohl Deinem Herzen! An dem glücklichen Tage, da vor hundert Jahren Dein großes Haus gegründet ward, da Nebo und^Tasmet in Leipzig, der großen Stadt, errichteten das Haus Hinrichs, das bücherliebende — an diesem, dem heutigen Tage möge der Herr Himmels und der Erden Dich segnen und alles Beste Dir schenken! Nebo, der ewige Sohn, der erhabene Bote, der Siegreiche, der das glänzende Sceptcr trägt, die Aussicht führt über die Gesamtheit Himmels und der Erde, der Allschreiber, er hat Deine Werke in Gnaden freudig angesehen. Lange Jahre, ewige Jahre schenke er als Geschenk! Unversehrtheit dcS Lebens, Freude des Herzens, Gesundheit des Körpers verkünde er Dir, er bewahre Dich vor allem Uebel, lasse Dich wohnen im Uebcrfluß! Deine Feinde Werse er nieder, daß sie küssen den Boden! Dein Herz sei ruhig, heiter Dein Gemüt! Er mache gewaltig Deinen und Deines Hauses Namen, er segne das Werk Deiner Hände! Er mache weit Dein Haus, Deine Familie gleich der lebendigen Wasscrquellc, Deine Kinder und Kindcs- kinder führe er die Straße des Heils und des Gelingens! Der Glanz Deines Namens dringe bis zu den Enden der weit sich dehnenden Erde! Am heutigen Tage schauen aus Dich und freuen sich weithin wohnende Menschen. Den Ruf Deines angesehenen Namens — welcher Schriftsteller kennte ihn nicht? Erhabener Herr, weiser und kluger! Dein Auge ist hell, offen Dein Ohr, nicht rasten Deine Kniee, weit ist Dein Herz. Wenn ein junger Schriftsteller, der sich mühselig vorwärtsringt, an Dich sieb wendet, so fassest Du ihn bei der Hand und führst seinen Namen hin weit über die Erde. Die ganze Buchschreibung umschließest Du in Deiner Hand, auf Dein Geheiß entstehen Bücher wie Gras. Die Schriften Assyriens und Aegyptens hast Du zum Leben erweckt. Im Orient und Occident bis jenseits des Meeres schaffest Du Licht, Deine Bücher verbreiten Recht und Gerechtigkeit, lehren Wahrheit die Menschen. Ein Haus der Gottesfurcht ist Dein Haus, auf dem Weg der Götter wandelst Du einher. Ein Denkmal hast Du Dir errichtet für alle Zukunst, mit Unsterblichkeit Deinen Namen bekleidet. Möge er ewiglich glänzen, leuchten und strahlen! Dein Wohlergehen aber bleibe befohlen den gnädigen Händen Deines Gottes! Urkunde der Stadt Leipzig An die Herren Hermann, Adolf und David Rost, Inhaber der I. C. Hinrichs'schen Buch- und Landkarten-Handlung in Leipzig. Hochgeehrte Herren! Den heutigen Tag, an welchem Sie die Feier deS hundertjährigen Bestehens der Firma I. C. Hinrichs begehen, können auch wir nicht vorübergchen lassen, ohne unsere freudige Teilnahme auszusprcchcn. Durch unermüdliche, treue Arbeit, durch Belhätigung ehrenhafter Gesinnung und durch selbstlose Förderung gemeinsamer Interessen haben die Inhaber der Firma dieser einen hochgeachteten, klangvollen Namen in der Geschäftswelt zu verschaffen und zu erhalten und die Anerkennung und den Dank des gesamten Buchhandels zu erringen gewußt. Nicht geringer Anteil hieran aber gebührt Ihnen, den dermaligen Leitern des Geschäfts, welches Sie durch Ihre That- und Schaffenskraft zu hoher Blüte gebracht und trotz des Wandels der Zeiten in alter Ehr barkeit erhalten haben! Im Namen der Stadtgemeinde bringen wir Ihnen zu dem heutigen Jubelfeste Ihrer Firma die aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche dar, indem wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß cs Ihnen, verehrter Herr Hermann Rost in Verbindung mit Ihren beiden Herren Söhnen vergönnt sein werde, Ihre verdienstvolle Thätigkeit an der Spitze Ihres Geschäftes noch aus recht lange Zeit in voller Kraft fortzusetzcn. In größter Hochachtung Leipzig, den 1. August 1891. Der Rath der Stadt Leipzig. (gez.) vr. Tröndlin. (gez.) Größe!. Glückwunschschreiben der Bibliothekvcrwaltung der Handelskammer zu Leipzig. Leipzig, den 1. August 1891. Hochgeehrte Herren! Ein Jahrhundert ist verflossen, seit August Leb recht Rcinickc die Buchhandlung begründete, an deren Spitze Sie jetzt stehen; fünf Jahre später ist der Mann, nach dessen Namen die Buchhandlung noch jetzt sich nennt, Johann Conrad Hinrichs, in das Geschäft ein- gctrcten, und schon im folgenden Jahre hat die Buchhandlung mit der Herausgabe des Bücherkatalogs begonnen, der als eine Ehrensäule in dem stolzen Bau des deutschen Buchhandels dasteht. Ist es bei dem Wandel der menschlichen Dinge schon ein seltener Fall, daß ein geschäftliches Unternehmen nicht nur ein Jahrhundert lang besteht, sondern an dessen Ende noch so frische Lebenskraft zeigt wie nur je, so bleibt noch seltener ein solches so lange im Kreise der Verwandtschaft, wie es hier der Fall ist — doppelter Anlaß, zu dem heutigen Ehren- und Jubcltagc Glück zu wünschen. Die Handelskammer als solche hält sich in solchen Fällen grund sätzlich nur an den Tag der Begründung der Firma. Uns aber, denen seit einer Reihe von Jahren vergönnt gewesen ist, mit der I. C. Hin richs'schen Buchhandlung den engsten und angenehmsten Verkehr zu pflegen, ist eine solche Beschränkung nicht auscrlegt, und wir bringen
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