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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.12.1890
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1890-12-22
- Erscheinungsdatum
- 22.12.1890
- Sprache
- Deutsch
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7296 Nichtamtlicher Teil. 296, 22. Dezember 1890. lagskalcndcr in verschiedenen Ausgaben, Größen und Preisen hcrgcstellt: für die uns vorliegende große Ausgabe mit Juchtcnlcder-Ecken halten wir den Preis von 2 fl. 40 kr. ö. W. für angemessen. Lose Löschkarton- Einlagcn zu der allem Anschein nach daucrhastcn Grundplatte aus früheren Jahren werden nach dem Prospekt, den die Firma, ihrer Mit teilung zufolge, bereitwillig versendet, zu verhältnismäßig billigerem Preise abgegeben. Dem Unterlag skalcnder ist ein Nachschlagc- und Vormcrkhcst mit Kalcndcreinrichtung, Tarifen und anderen üblichen Gcschäslsnotizcn bei- gcgcben. Im Laufe des nächsten Jahres hoffen wir unser Urteil durch den praktischen Versuch zu befestigen und raten jedem, dem ein System- Wechsel bei feiner Schreibunterlage wünschenswert scheint, auch seiner seits diese neue Erfindung praktisch zu erproben. Vermischtes. Deutsches Buchgewerbe-Museum. — Den von Julius Lohmcyer herausgcgcbcnen Sludienmappcn deutscher Meister reihen sich würdig die soeben erschienenen zwei neuesten Mappen an, die zwei Berliner Künstler behandeln: Paul Meyerhcim und Anton von Werner. Die Mappen, die das Museum als Geschenk von dem Verleger, Herrn C. T. Wiskott in Breslau, erhalten und ausgestellt hat, geben eine von der feinsinnigen Hand Lohmcycrs getroffene Aus wahl von Studien in ganz vorzüglichem Lichtdruck wieder. Abteilungsschildchen für das Sortimcntslager. — Die in letzter Zeit außerordentlich rührige und in ihren Erzeugnissen sehr vorangcschriltcne Kartonage - Industrie hat kürzlich durch die Anwendung des sogenannten Schcrbel'schen -Klaucnvcrschlusses», bei Pappenkästen ge zähnter Blcchstrciscn, welche die Kantcnvcrbindungen Herstellen, einen neuen beachtenswerten Eefolg erzielt. Die scharfen Zähne eines umgckantetcn vernickelten Blcchstrcifcns werden durch Maschinen in die Pappe cinge- preßt und «dort vernietet». Auf welche Weise letzteres geschieht, ist uns unklar geblieben; vollkommen handgreiflich aber ist der Erfolg, denn die Befestigung der rechtwinklich zu einander stoßenden Pappstückc an uns vorliegenden Proben ist in der That so außerordentlich sicher, daß cs auch mit Anwendung großer Gewalt nicht möglich ist, die Verbin- duug zu lockern. Die Firma von Zahn LJaen sch in Dresden hat den guten Gedanken gehabt, diesen Fortschritt im Dienste des Buchhandels und Bibliothekswesens zu verwerten. Sie lieh Schildchen sür Büchergruppcn anfcrligcn, rechtwinklig ancinandergcfügte, in der beschriebenen Art ver bundene Pappstrcifcn, 15 em breit, deren längeres Stück auf dem Brette des Bücherregals auslicgt, während ein schmaler Streifen vorn an der Kante des Bücherbretts sichtbar wird und den Ausdruck der Wissenschaft oder der BUchergruppe trägt, welche er im Büchcrlager kenntlich machen soll. Die Pappschildchcn sind sauber und fest gearbeitet, der Ausdruck ist in ziemlich großer, deutlicher Antiquaschrist gehalten, so daß er von unten auch an den obersten Bücherreihen erkennbar sein wird. Der Ausdrucke giebt cs 116 Nummern, gewiß hinreichend, um auch das größte Sortimcntslager damit zu versehen; sür den, der damit nicht reicht, stehen auch unbcdrucktc Schildchen zur schriftlichen Ausfüllung zur Verfügung. Obwohl der Sortimenter die Ordnung seines Lagers meist so im Kopse hat, daß er dieser Hilfe wird cntratcn können, so bringt doch jede Umwälzung und Neuordnung des Lagers immer einige Tage der Verwir rung und Unklarheit; auch sind nicht immer alle Mitarbeiter, nament lich die bei lebhaftem Ladenverkauf häufig mit herangczvgcnen Konlor- gehilsen gleichmäßig gut im Lager orientiert, jo daß sich die gewohn heitsmäßige Anbringung dieser Schildchen sehr empfehlen möchte. Bei Entnahme von 20 Stück setzt der Prospekt den Preis aus 15 H sür das Stück (lackiert 25 A fest, was wir bei dem verwendeten guten Material nicht teuer finden. Bom Postwescn. — Der kaiserliche Oberpostdirektor in Leipzig erließ folgende Bekanntmachung: Wcihnachts-Päckerciverkchr. Während der Zeit vom 19. bis einschließllch 24. Dezember tritt die Schlußzcit sür die Einlicfcrung von Wert- und Pakctscndungcn bei allenPostanstaltcn in Leipzig eine Stunde früher als gewöhnlich ein. Es wird ersucht, hierauf bei Einlicfcrung der Sendungen zur Post während der vorbezcichnclcn Tage angemessene Rücksicht zu nehmen. Leipzig, den 10. Dezember 1890. Der Kaiserliche Ober-Postdircktor Walter. Von der Kolportage. — Die -Deutsche Colportagc-Zeitung-, Eigentum des Ccntralvcreins deutscher Kolportage-Buchhändler, bringt au amtlicher Stelle folgende Bitte an die Verleger von Kolportagewerken: Wir beziehen uns auf einen bereits früher geäußerten Wunsch aller unserer Mitglieder, dahingehend: daß die Herren Verleger fernerhin auf den Heftumschlägcn einen entsprechenden Raum frei lassen, der zur Anbringung des Firmenstempels der bezüglichen Kolportage-Buchhandlung dienen soll, um eine bessere Kontrolle im Verkehr mit unseren Mitarbeitern herbci- zusührcn und den rcjp. Lesern Gelegenheit zu geben, jederzeit mit dem eigentlichen Lieferanten in Verbindung treten zu können, sei es zum Zweck der Beschwerde oder Ausgabe irgend welcher Bestellungen. Des weiteren richten wir au die Herren Verleger die höfliche Bitte, alle zum Auslegen bestimmten ersten Hefte beschneiden und mit Draht heften zu lassen, jedoch mit der Maßgabe, daß stets nur die Textbogcn durch die Draht- klammcrn zusammcngehaltcn werden, der Umschlag aber besonders durch Bindemittel wie Leim re. befestigt wird. — Letzteres Verfahren bezweckt, daß alle derartig hergestclllen Hefte durch das wiederholte Auslcgcn besser erhalten bleiben, ein mehr ansprechendes Ansehen haben und die Mög lichkeit gewähren, daß Textbogcn und Umschläge durch die Drahtklammern nicht ramponiert werden. Die Beachtung dieses Verfahrens empfiehlt sich lediglich im Interesse der Herren Verleger, weil dadurch ein übermäßiger Verbrauch beziehent lich Verlust an Sammelmatcrial vermieden wird, wie auch das zur Ver fügung gestellte Material wiederholt benutzt werden kann. Wir empfehlen dringend, diesen Wünschen Rechnung zu tragen und sind überzeugt, daß bet Rücksichtnahme auf vorstehende Anliegen der Deutsche Kolportage-Buchhandel sich desto bereitwilliger der Wahrung der Interessen der Herren Verleger widmen wird. Neue Bücher, Zeitschriften, Gclegenheitsschriften Kata loge re. für die Hand- und Hausbibliothek des Buchhändlers. (lssstrw über das Urbedsrrscbt im Io- unck Ausland nebst ckon inter nationalen lüttsraturverträßen noä (len Bestimmungen über das Verlagsrecht. II. Belgien, Dänemark, Binoland, Briscksuland, Niederlande, Borrvsgen, Bortugal, Rumänien, Russland, 8cüvvsden, Bpaniso, Türkei, Ungarn. 8°. 8. 93—172. Usiprig. 6. Bo de Ior. (Oie 111. sLcüluss-j Abteilung ulrd die internationalen Bittera- tur-Verträge und das Register enthalten.) Vsrroiehniss omptehlsnsrvsrthsr Bücher aus dem Verlags von 8 chmidt L Büntlrsr i» Usiprig, dis sich infolge ihrer eleganten Ausstattung bei gediegenem Inhalt vorzüglich ru Beschenken eignen. KI. 8". 48 8. (klassische khilologie u. Altertumskunde. I. (irisch. Autoren. Antigu. Katalog Bo. XXI von 6a rl Lurorv in Ootba. 8". 16 8. 510 Bru. Persollalllachrichten. Gestorben: am 13. d. M. nach kurzem Krankenlager im scchsuudvierzigsten Lebensjahre Herr Carl Wcrneburg in Frankcnhausen a/Kyffh. am 6. Dezember d. I. in Wien der Buchhändler Herr Joh. Carl Adolf Klachr im ncunundsiebzigsten Lebensjahre, lieber den Lebensgang des Verstorbenen empfingen wir folgende Mit teilung: Zu Berlin im Jahre 1812 als Sohn des Charits-Hausvaters Joh. Christ. Klaehr geboren, erhielt Joh. Carl Adols Klachr eine sorgfältige Gymnasialbildung, trat dann in der damaligen Nators'schen Buchhandlung in Berlin in die Lehre und mar unermüdlich bestrebt, durch Selbst studium sein Wisse» namentlich auch auf chemisch-technischem Gebiete zu erweitern. In den Buchhandlungen Krctschmann in Berlin, Gcbr. Born- tracgcr in Königsberg und Koehler in Leipzig war Klachr sodann mit regem Eifer in seinem Fache thätig. Anfangs der fünfziger Jahre etablierte er sich mit seinem Freunde zu Königsberg unter der Firma Mangclsdors L Klaehr, löste jedoch bald diese Beziehung und er richtete unter eigenem Namen eine Buchhandlung in Berlin. In diese Zeit fällt die Herausgabe des Nationalkalcnders, einer Schöpfung, der Klaehr sich mit großer Hingebung weihte und die ihn zeitlebens mit hoher Befriedigung erfüllte. Die Erwägung, daß der Buchhandel, mit nur beschränkten Mitteln betrieben, sehr geringen Erfolg verheiße, bewog Klaehr im Jahre 1854 die Stellung eines Bergdirektors des Zinnwerkes Graupen zu über nehmen, welche er fünf Jahre versah, wozu ihn seine autodidaktisch ge sammelten montanistischen Kenntnisse befähigten. Im Jahre 1860 wandte sich Klaehr nach Wien und besorgte die Vertretung auswärtiger Häuser des Buchhandels. Seit 1886 leitete Klaehr die Administration des Vereinsorganes »Der Gastechniker» des vom Vereine der Gas industriellen in Oesterreich-Ungarn herausgegebcncn Fachblattes. Klaehr war bei seinem Ableben vom Stande der nicht selbständigen Buchhändler wohl der ältesten einer in ganz Deutschland und Oester reich-Ungarn. Die Beerdigung erfolgte am 8. Dezember d. I. nach seinem Willen in einfachster Weise aus dem evangelischen Friedhofe zu Wien. Klachr war Altmeister des Freimaurerbundes. — Wohl dem müden Wanderer, er ruht nun in Frieden, aber sein rechtschaffener, reger, stets lhätiger Geist, sein gemütliches, stets anregendes und freundliches Wesen, sie leben frisch in der Erinnerung aller, die ihm auf seinem langen Lebenswege näher getreten sind. Otto Mohrstedt.
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