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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.11.1889
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1889-11-27
- Erscheinungsdatum
- 27.11.1889
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- Deutsch
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6348 Nichtamtlicher Teil. ^ 276, 27. November 1889. ,'ckicr Logik einerseits und schmachtender Blicke anderseits gefunden, und wste sich alles in Wohlgefallen auf. Den Helden des Stückes ward reicher Beifall zu teil, dem Verfasser der wohlverdiente Lorbcerkranz. Zwischen die Reihen der Stühle schoben sich nun zauberhaft schnell lange gedeckte Tafeln und lustig klangen die Weisen der Tischmusik in das Klingen der Gläser, in das Klappen der Teller. Und diese bunte Tischgesellschaft! Ein weißhaariger Kopf mit hell- funkelnden Augen, ein hervorragender Vertreter unseres Slandcs. dort wieder eine hohe Dcnkerstirn mit wallendem Haare, hier eine mit Leibes fülle bedachte Gattin und Mutter, neben ihr das Töchterlein, ein »gött licher Backfisch«, und dazwischen all die Gehilfengestaltcn, alte trcubewährtc Kräste und stolz in die Welt hinausschauende Jünglinge, die feste Ucber- zeugnng in sich tragend, einmal ein zweiter Gerold, Braumüller, Hartlebcn zu werden. Gewürzt wurde das Mahl nach althergebrachter Sitte — wie könnte cs auch anders sein — mit trefflichen Reden und Trinkjprüchen, deren erster, vom Vorsitzenden auf den Kaiser ausgcbracht, in den Klängen -Gott erhalte», das die Versammlung stehend mitsang, begeisterten Wiederhol! fand. Herr Sturtzel begrüßte dann in kurzen Worten die erschienenen Gäste im allgemeinen, die Prinzipalität im besonderen, worauf Herr Marx ini Namen derselben dankte und als Vertreter der Wiener Buchhändler-Corporation deren herzlichen Glückwunsch zum Ausdruck brachte. Daß aber bei der Fröhlichkeit der Ernst nicht fehle, entrollte der Vorsitzende hierauf in seiner Festrede in kurzen, scharfen Umrissen ein Bild des zwanzigjährigen Bestehens des Vereins, gedenkend seiner Grün der, von denen noch fünf demselben angchörcn, anerkennend die Ver dienste hervorragender Bcrufsgcnossen um den Buchfink. Die vorzüglich verwaltete Krankenkasse würdigte der Redner als leuchtendes Beispiel der trefflichen Organisalion des Vereins. So in dem Gedeihen des Buch handels die Mittel zum Gedeihen des Vereins erblickend, galt natürlich sein Hoch dem deutschen Buchhandel, in welches alle freudig mit cin- stimmien. Auch dem darauffolgenden Trinkspruch des Herrn Joachim auf die Käisersladt Wien wurde aus vollem Herzen Beifall gezollt. Nun trat eine kleine Pause ein, welche Herr Heinhöfer schnell benutzte, um die inzwischen verteilte Kncipzcitung zu verlesen. Mit kräftiger Stimme las er die besten Beiträge dieser wahrhaft künstlerisch ausgestattetcn Festschrift vor, und die Vorlesung des darin enthaltenen -Finkcngruß an die Frauen- gestaltete sich zu einer förmlichen Ovation für die Damen. Als er geendet, improvisierte Herr Schcllbach einen Toast auf die nesterbauenden Finken in köstlichen Neimen, welche, dem Augenblick entsprungen und von dem alten Herrn mit jugendlichem Feuer vorgctragen, einen brausenden Beifallssturin hervorriefen. Herr Schurich, einer de Gründer des Vereins, dem er warme Worte widmete, Herr Ne bah mit einigen launigen Versen und Herr Marx mit einem Dankesgrnß an den Vorstand schlossen die Reihe der Tischreden und damit den offiziellen Teil des Festes. Dem sehnsüchtigen Verlangen manches harrenden Mägdleins und alter und junger Buchhandlungsbeflissenen wurde in dem bis gegen 4 Uhr morgens dauernden Tänzchen Rechnung getragen, bis endlich in jedem Teilnehmer die Feststimmung ausklang in dem Gelöbnis, treu mit weiter zubauen am Nest des Buchfinken, — »Der da wächst gar wacker und munter gedeiht Fort stetig, bis Mieder zum Kranz ich Neue Reime ihm winde, viel schönre als heut, Zu Ehren der -Fünfundzwanzig»!« Wien. L. X—v. Bermischtcs. Buchhandlungs-Gehilfcn-Vcrein zu Leipzig. — Der im Jahre 1833 gegründete -Buchhandlungsgchilfen-Vercin zu Leipzig» wird am kommenden Sonntag, den I. Dezember, im großen Festsaale des Buchhändlcrhauscs sein sechsundfünfzigstes Stistungssest feiern. Das Fest wird um 2 Uhr durch eine Festtafel eröffnet werden, welcher sich gegen Abend ein Festball mit großer Festpolonaise und Kotillon anschlicßen wird. Der Leipziger Verein ist der älteste aller bestehenden Gcbilfenvercine, und man darf ihm nachrühmen, daß er in Arbeit und Ehren grau ge worden, ohne im geringsten dabei an Frische und fröhlicher Laune ein- gebüßt zu haben, welche die Seele der Geselligkeit sind. Wir wünschen ihm aufrichtig noch recht viele Jahre und Jahrzehnte gesegneten Wirkens, heute aber als zunächstliegend vor allem einen fröhlichen Verlauf seines GeburlssesteS und eine recht zahlreiche Beteiligung. Neue Bücher, Zeitschriften, Gclegcnheitsschriftcn, Kata loge rc. für die Hand- und Hausbibliothek des Buchhändlers. Vcrlags-Verzcichnih von N. v. Deckcr's Verlag, G. Schenck, Kgl. Hosbuchhändlcr, in Berlin. 8". XIV, 106 S. Berlin 1890. Verzeichnis; von Theaterstücken, Vorträgen, Intermezzi u. Arrangements, nach Vereinsgattungen u. Festlichkeiten geordnet, sowie eine Zu sammenstellung interessanter Specialitäten. 72 S. und Anhang (Nachweis der Verleger). Hamburg 1890, G. Kramer. Ludolf Waldmann's gewonnene Prozesse gegen die Fabrikanten der -mechanischen Mnsik - Instrumente». 8". 32 S. Berlin V., L. Waldmann's Verlag. ^ckressbuelr billlvnclor Mostler 1890. 6rsA. v. duslo-v Tsiobol- lllo.no, Heck-8eoretär cksr »Must lür VIle«. 8". 159 8. Nüuobso 1890, im 8oIbstverIoA c>. Verfassers. debä. Lupplemeot au drücke cke 1'amatsur cks livres ä teures cku XVIII. sieele cks lU. 6 ob so, par Ll. L. Orottet. Ar. 8». Dresden, v. Mbo L ckasosob. 12 Ir. u. 8 Ir. orä. kllblilcationeo ckes lüttsrarisebeo Vereins io 8tutt§art — VübivAen 1839—89. Libliotbelc cksr Aesamteo ckeotsoboo Mtional-lütteratur vou cksr ältesten bis aul ckie neuere 2sit. Xntig. MtaloA M. 46 vou Oslcar dersebsl iu LtuttZart. 80. 26 8. IbeolvAis (krotestaotisobs). Mtig. MtaloAS M. 115 (szstematisobo 1.) u. 116 (prabtisobo V.) von Uuckoll blerlcel io LrlanAeo. 80. 46 u. 50 8. IbeolvAie. Mtig. MtaloA M. 103 von ckosspb ckolorvior io Losen 8°. 62 8. 8taats- u. Ueebtsvvissensebaltsn. Votig. MtaloA blo. 4 von Lli- rausr L 8aIioAer io Lsrlio. 8". 74 8. Liblivgrapbis. Lntig. MtaloA M. 145 von klsiorieb Xerlsr io Ulm. 8». 21 8. ülusilcalisebo lütteratur. Xvtig. XataloA Ho. 12 (DrAänruuA 7. u. 9.) voo Riebarck LertlinA io Dresden. 8°. 18 8. Deutsche Buchhändler-Akademie. Hrsg. v. Hermann Weißbuch. 6. Bd. 10. Heft. Inhalt: Die Arbeiten des Verlegers. 4. — Gottfried Keller u. s. Werke. Von Otto Nuss. — Deutsche Buchhändler. 17. Johann Friedrich Cotta. Von Georg Danz. (Forts.) — Wic's gemacht wird. Von Dr. Anton Schmid — Die Zeitungen. Von G. Hölscher. (Forts.) — Zwanglose Rundschau. Personalnachrichten. Gestorben: am 18. d., dreiundscchszig Jahre alt, in Husum Herr C hristian Delff, Begründer und langjähriger Leiter der Buchhandlung C. F. Delsf in Husum, am 25. d. M. in Eisleben nach längeren Leiden Herr Otto Martin Maehnert, in diesen Tagen (das Datum des Todestages ist aus der uns zu- gckommcnen Anzeige nicht zu ersehen) in Heidelberg Herr Carl Schmitt, langjähriger Inhaber und Leit r der Heidelberger Uni- versilälsbuchhandlung Bangel L Schmitt. Der im achlundscchzigsten Lebensjahre Verstorbene trat bei Rudolf Vangel, welcher 1848 die W. Hoffmcister'sche Univer sitäts-Buchhandlung in Heidelberg übernahm, zunächst als stiller Gesellschafter und Prokuraträgee ein. Im Jahre 1852 wurde seine Teilhaberschaft öffentlich, und damit geschah auch die Acnderung der Firma in den heute noch bestehenden Wortlaut. Die Univer» silätsbuchhandlung. welche 1857 in seinen alleinigen Besitz über- gcgangen war. verkaufte er im Jahre 1876 an Wilhelm Hoff man», von welchem sic 1879 Otto Peilers erwarb, immer unter Beibehaltung der alten bekannten und bewährten Firma. Er selber wandte seine Thätigkeit dem Eisenbahnbuchhandel zu, einem Special- sach, welches er mit Geschick organisierte und in großem Umfange betrieb. Carl Schmitt war ein streng rechtlicher, unermüdlich thätiger Geschäftsmann von hervorragender schöpferischer Begabung, der er »>it großer Willenskraft zu ihrer Bethätigung verhalf. Persönlich ein liebenswürdiger, überall gern gesehener Gesell schafter, hinterläßt er zahlreiche Freunde, welche mit aufrichtiger Trauer von seinem Hinscheidcn Kenntnis nehmen. Der Buch handel wird sein Andenken in Treue bewahren am 21. d M., 64 Jahre alt, in Leipzig ein hervorragender Vertreter der Hilfsgewerbe des Buchhandels, Herr Buchbindermeister Julius Richard Herzog.
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