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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.11.1931
- Strukturtyp
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- 1931-11-21
- Erscheinungsdatum
- 21.11.1931
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- Deutsch
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X: 270, 21. November 1831. Redaktioneller Teil. weitesten Sinne, einen Ausgleich zwischen Import uüd Export interessen (Devisenaufkommen und Devisenbedars) zu finden. In Verfolg dieses Gedangengangs ist bereits in der Wiener Han delskammer eine Buchhandelsgruppe konstituiert worden, die sich aus Vertretern des Buch-, Zeitschriften-, Zeitungs- und Mu sikalienhandels zusammensetzt sowie aus Autoren und Verlegern, die an Aufführungsrechten usw. interessiert sind. Nach den Sta tistiken der Wiener Handelskammer beträgt der Import deut scher Bücher nach Österreich etwa 25 Millionen Schilling P. a. Die Ausfuhr österreichischer Bücher beträgt etwa 13,8 Millionen Schillinge. Rechnet man beiderseitig noch Musikalien, Modezeit schriften, Zeitungen, Karten, Gemälde und Graphik hinzu und berücksichtigt ferner Forderungen aus Aufführungsrechten, so soll sich tatsächlich eine für Österreich aktive Außenhandelsbilanz innerhalb dieser Fachgruppe ergeben. Auf dieser Tatsache fußend, wird die Handelskammer mik der Nationalbank darüber ver handeln, daß dem Buchhandel eine volle Befriedigung seiner Devisenansprüche für Zahlungen nach Deutschland zugestanden wird, während den- Bestimmungen der österreichischen Devisen verordnung folgend, andererseits sein Aufkommen aus Devisen eingängen der Österreichischen Nationalbank zur Verfügung ge stellt wird. Das Bedauerliche an diesem Gedankengang, über dessen praktische Möglichkeiten wir uns im Rahmen dieser Ausführun gen jedes Urteils enthalten möchten, ist für den österreichischen Buchhandel und sür uns auf alle Fälle, daß die Vorarbeiten zur Verwirklichung dieses Planes soviel Zeit in Anspruch nehmen, daß damit sicher nicht die insbesondere für das Weihnachtsge schäft benötigte schnelle Erleichterung geschaffen werden kann. Bei dieser Sachlage ergibt sich für den deutschen Verlag die Frage, ob und in welchen Grenzen er die Lieferung bis zur Behebung der jetzt vorliegenden Zahlungsschwierigkeiten ver weigern soll. Liefert der Verlag weiter, so wird er Schwierig keiten haben, seine Zahlungen zu erlangen. Liefert der Verlag nicht weiter, so wird er bedenken müssen, daß er damit Be ziehungen beeinträchtigt, die jederzeit für ihn wertvoll waren und die auch in Zukunft, wenn wieder normale Verhältnisse ein getreten sind, sür ihn wertvoll sein werden. Der deutsche Verlag wird sich also die Frage vorlegen müssen, ob Bücher auf seinem Lager mehr wert sind als Forderungen auf Schillinge in Öster reich, die er nach menschlichem Ermessen doch wahrscheinlich nach geraumer Zeit einmal bezahlt erhalten wird. Ausgehend von solchen Erwägungen glaube ich, daß die Mehrheit des deutschen Verlages dem österreichischen Buchhandel durch Einräumung weiteren Warenkredites entgegenkommen wird. Jeder Verleger wird hierbei entscheiden müssen, ob er weiterhin einfach Außen stände gegenüber den österreichischen Sortimentern kontrahieren will oder ob er bevorzugt, daß, sofern er über ein Konto in Österreich verfügt, wenigstens Schilling-Überweisungen auf solche Inland-Konten geleistet werden. Im Anschluß an die vorgeschilderten Verhandlungen in Wien wurden entsprechende Verhandlungen in Budapest geführt. Der ungarische Buchhandel schätzt seinen Bedarf an deutschen Büchern, ausgehend von den Erfahrungen des letzten Jahres, aus etwa 2,5 Millionen Pengö p. a. Bedenkt man, daß die allge meine Wirtschaftskrisis auch in Ungarn den Absatz deutscher Bücher eingeschränkt hat, so kann man von einer Jmportsumme für deutsche Bücher ausgehen, die gegenüber dem Bedarf Un garns an anderen Waren keine irgendwie größere Bedeutung hat. Erfreulicherweise wurden die von uns vorgetragenen Wünsche des deutschen und ungarischen Buchhandels seitens der zuständigen Stellen in der Ungarischen Nationalbank mit größ tem Verständnis beurteilt. Nach der Aufnahme, die wir bei der Ungarischen Nationalbank gefunden haben, steht zu hoffen, daß seitens dieser Stelle alles was nur irgend möglich ist, geschehen wird, um den Austausch geistiger Güter zwischen diesen beiden befreundeten Völkern aufrechtzuerhalten. Alle Forderungen der deutschen Verleger und Kommissionäre werden seitens des ungarischen Sortiments dem Vorsitzenden des Ungarischen Buch händlervereins zur Zahlung angemeldet. Nach Maßgabe der seitens der Ungarischen Nationalbank von Zeit zu Zeit freigegebe- 1002 B0r1«nLlat1 f. d. Dtschn vuchhaubtl. nen Devisen werden solche angemeldeten Forderungen in der Reihenfolge der Anmeldung bezahlt. Wenn also, von Deutsch land aus gesehen, in Erscheinung tritt, daß der eine Sortimenter zahlt, während der andere noch nicht zahlt, so kann dies sehr häufig daran liegen, daß die Anmeldung des noch nicht zahlen den Sortimenters erst später erfolgt ist, sodaß dessen Überweisun gen erst in die nächste Welle der freigegebenen Devisen fallen. Bei dieser Sachlage ist es auch für Lieferungen nach Ungarn dem deutschen Verlag unserer Ansicht nach zu empfehlen, nachsichtig zu sein und stets zu bedenken, daß schleppende Zahlungseingänge zumeist nur auf der Beschränkung im Zahlungsverkehr mit De visen bestehen. Auf unserer Reise sind Herr Fernau und ich mit vielen Kollegen in Österreich und Ungarn zusammengetrosfen, die sich uns gegenüber sehr freimütig ausgesprochen haben. Wir sind zu der Überzeugung gekommen, daß die Verhältnisse in beiden Län dern wohl kaum schlimmer als in Deutschland liegen. Wir sind alle Schicksalsgenossen. Wenn die Wildpferde der Steppe von Stürmen oder schwei fenden Wölfen bedroht werden, so ballen sie sich zusammen: die Köpfe nach innen, die wehrhaften Hufe nach außen, weil ihnen der Instinkt sagt, daß der Einzelgänger verloren ist. Ich weiß keinen anderen Rat in der gegenwärtigen Zeit, als dieses Bild, das uns die Natur bietet, als Gleichnis zu nehmen. Ern st Reinhardt. Anmerkung. Inzwischen sind weitere Verschärfungen in der Devisen gesetzgebung einzelner Länder eingetreten, nachdem die Devifen- konserenz in Prag so gut wie ergebnislos verlausen ist. Hinzu weisen ist vor allen Dingen auf die Verschärfung, welche die neue VIII. Durchführungsverordnung zur deutschen Devisenver ordnung bringt. Darnach ist künftighin bei jedem Ausfuhrakt eine Erport-Balutaerklärung nach vorgeschlagenem Muster bei der Reichsbank einzureichen und schon bei der Ausfuhr die anfal lende Devisenforderung anzumelden. Dreimal monatlich haben die Exporteure der örtlich zuständigen Reichsbankanstalt mitzu teilen, an welche Devisenbank sie eingegangene Valuten abge- liesert haben. Wir weisen nochmals darauf hin, daß die im Ausland gel tenden Devisenbestimmungen in der vom Verlag der Zentral stelle für Außenhandel in Berlin herausgegebenen Broschüre enthalten sind, die von der Geschäfts st elle des Bör senvereins zum Preise von M. 1.75 netto bezogen werden kann. — Über Neuerungen werden wir fortlaufend im Börsenblatt berichten. Außerdem find wir selbstverständlich be reit, in jedem Einzelfall ans besondere Anfrage Auskunft zu er teilen. Or. Heß. Wöchentliche Übersicht Uber geschäftl. Einrichtungen und Veränderungen. Zusammengestellt von der Redaktion des Adreßbuches des Deutschen Buchhandels. Vorhergehende Liste 1931, Nr. 265. (Zeichen-Erklärung s. Nr. 257.) 13.-19. Nov. 1931. Konkurse und Vergleichsverfahren. Karras, Kr ober L N i e t s ch in a n n, Druckerei und Verlag-, Halle (Saale). Uber die Firma wurde 7/XI. 1931 das Vergleichsverfahren eröffnet. Vertrauensperson: Syndikus a. D. Gustav Koeppcr, Halle (Saale), Merseburger Str. 159. sB. 265.) K l e e m a n n, Eduard, Wien XIII/1. Uber die Firma wurde das Vergleichsverfahren eröffnet. Vertrauenspersou: Josef Abheiter. (Dir.) Koetzold L C o., B., W i t t e n. Das Vergleichsverfahren wurde aufgehoben. sB. 265.) HStadler, Fricdr., Konstanz. Das Vergleichsverfahren wurde aufgehoben. sB. 264.)
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