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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.02.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-02-13
- Erscheinungsdatum
- 13.02.1915
- Sprache
- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Redaktioneller Teil. ^ 36, 13. Februar 1915. den überlassen, an die Gesuche und Eingaben ausnahmslos zu richten sind. Untere Zivilverwaltungsbehörden sind in Presseangelcgcnheiten die Amtshauptmannschaften und die Stadträte der exemten Städte oder deren Polizeiämter, in Dresden die Polizeidirektion. Untere Zivilver waltungsbehörden in Vereins- und Versammlungssachen sind die Amts hauptmannschaften, die Stadträte (Polizeiämter) der Städte mit revi dierter Städtcordnung, in Dresden ebenfalls die Polizeidirektion. Für ihre Entscheidungen sind im allgemeinen die Rücksichten auf die Sicherheit des Reichs, auf die Interessen der bewaffneten Macht und auf unbedingte Wahrung der Eintracht in der Bevölkerung maßgebend. In Pressesachen haben sich die Behörden im übrigen an die ihnen durch Vermittlung des Ministeriums des Innern zugehenden Anweisungen der kommandierenden Generale zu halten. In Fragen des Vereins- und Versammlungsrechts ist nur in Notfällen von Aus nahmemaßregeln Gebrauch zu machen. Anzeigepflichtig sind alle öffentlichen Versammlungen, sowie solche nicht öffentliche, die militärische, politische, sozialpolitische oder reli giöse Zwecke verfolgen. Die Veranstalter und Leiter solcher Versamm lungen werden, wenn die vorgeschriebene Anzeige unterblieben ist, auf Grund von 8 9d des preußischen Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Treten Zweifel und Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auf oder werden Vorstellungen gegen die Entschließungen der Unterbehörden erhoben, so ist durch Vermittlung des Ministeriums des Innern die Entscheidung des zuständigen stellvertretenden Generalkommandos einzuholcn. Obstbau-Kurse. — Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg veranstaltet am 19. und 20. Februar im Laudeshause zu Berlin ihren 13. Obstbau-Vortragskursus. Alle Teilnehmer erhalten nach beendetem Kursus einen vollständigen Druckbericht über die Vorträge und Besprechungen kostenlos zugestellt. Es werden n. a. folgende Fragen behandelt: Welche Aufgaben erwachsen dem Obst- und Gartenbau durch den Krieg? (Gartenbauöirektor Grobbeu- Berlin.) In welcher Weise muß in diesem Kriegsjahr der Gemüsebau betrieben werden, um den Bedarf zu decken? (Okonomicrat Böttncr- Frankfurt a. O.) Ausführung und Erfolg einer zweckmäßigen Obst und Gemüsedüngung. (Okonomierat E. Lierke-Südende.) Sachge mäße Obstbaumpflege, Ernte und Verwertung des Obstes. (Garten baulehrer Thomas-Königsberg, Nm.) Persoimlnlichnchten. Verleihung des Eisernen Kreuzes. — Das Eiserne Kreuz erhielten ferner die Herren: Heinrich Cohen, Inhaber der Firma seines Namens in Bonn, Unteroffizier der Landwehr im Neserve-Jnfanterie-Negiment Nr. 65; Otto Kloeden, im Hause Daheim-Expedition (Velhagen L Klasing) in Leipzig, Vizefeldwebcl des Neserve-Jnfanterie-Regimeuts Nr. 104; Alfred Schall, Mitinhaber der Firmen Alfred Schall, Ge schäftsleitung des Vereins der Bücherfreunde, und Schall L Nentel in Berlin, Oberleutnant und Ortskommandant auf dem westlichen Kriegs schauplätze. Die gleiche Auszeichnung erhielt auch der Sohn des Verlagsbuch händlers Max Müller (I. U. Kern's Verlag) in Breslau, Herr Max Waldemar Müller, Fahnenjunker im Grenadier-Regiment Nr. 6, nachdem seine älteren Brüder Lothar Müller, Haupt mann in einem Landsturm-Regiment, und Herbert Müller, Leutnant im Neserve-Ulanen-Negiment Nr. 4, dieselbe Auszeichnung schon früher erhalten haben; ferner wurden mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet die Herren: Leo Weyers, Sohn des Buchhändlers und Zeitungsverlegers Nodrigo Weyers (Weycrs-Kaatzer) in Aachen, Leutnant der Landwehr und Adjutant im Landwehr-Jnfantcrie-Negiment Nr. 29, und Erich Millrath, Gatte der Frau Doris Millrath geb. Hart mann, Mitinhaberin der Kommissions-Buchhandlung Rudolph Hart mann in Leipzig, unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant. Kriegsauszeichnung. — Herrn Walter G o l d s ch m i e d t von der Firma Buchhandlung und Zeitungsburcau Hermann Goldschmiedt, G. m. b. H. in Wien, Leutnant im österreichischen Heere, wurde die Auszeichnung 8i§nnm laiiäw verliehen. Verantwortlicher Redakteur: E m i l T h o m a s. — Verlag: Der^B örscr Kommerzienrat Otto Nauhardt f. — Wie wir bereits in Nr. 34 d. Bbl. kurz mitieilten, ist in der Nacht vom 9. zum 10. Februar Herr Kommerzienrat Otto Nauhardt, Inhaber der Firmen Carl Fr. Fleischer und Friedrich Fleischer in Leipzig, jäh und unerwartet aus dem Leben ge schieden. Mit ihm ist ein Mann von ganz besonderer Tatkraft dahin gegangen, dem es nicht nur beschieden war,das von ihmübernommeneGe- schäft zu hoher Blüte zu bringen, sondern auch im öffentlichen Leben des Buchhandels eine hervorragende Nolle zu spielen. Er war am 12. Oktober 1853 geboren, hat also nur ein Alter von etwas über 61 Jahren erreicht. Im Jahre 1869 trat er in die Firma Carl Fr. Fleischer, der er später seine Lebensarbeit widmen sollte, als Lehrling ein und begab sich nach bestandener Lehrzeit zu Edmund Nodrian in Wiesbaden, dann ins Ausland zu Carl Wilberg und nach Italien, um dann nach Leipzig und zu Carl Fr. Fleischer zurückzukehren. Als Carl Friedrich Fleischer am Kantate-Sonntag 3. Mai 1874 in der Blüte seiner Jahre (47 Jahre alt) gestorben mar und seinen unmündigen Kindern das Geschäft hinterlassen hatte, fand Nauhardt reiche Gelegenheit zur Betätigung und griff mit der ganzen Energie seiner Persönlichkeit ein, so daß sich das Geschäft sehr bald wesentlich hob. Aus Dankbarkeit dafür nahmen ihn die Geschwister Fleischer am 7. April 1880 als Teilhaber in die Geschäfte Carl Fr. Fleischer und Friedrich Fleischer auf, die Nauhardt allein führte. 188l erwarb er auch das seit 1872 in anderem Besitz befindliche Fleischer'sche Sortiment dazu. Am 5. Sep tember 1882 trat der Mitinhaber Friedrich Fleischer in die Firmen ein und widmete sich dem Verlag und Sortiment. Das Kommissions geschäft erweiterte sich unter Nauhardts verständnisvoller Leitung mehr und mehr, besonders durch den Ankauf der Kommtssionshand- lungen Ed Wartig, G. A. Schmidt, Immanuel Müller, Carl Rühle, Herm. Hucke, Eduard Strauch u. a., so daß der Bestand an Kommittenten, der 1880 78 Firmen betrug, sich auf 230 Firmen hob. Daß gegen wärtig das Fleischersche Kommissionsgeschäft mit zu den größten in Leipzig gehört — das Adreßbuch 1915 verzeichnet 877 Kommittenten —, bedarf hier wohl keiner besonderen Erwähnung. In die Zeit nach dem Eintritt Nauhardts fällt auch die Verbindung des Hauses Fleischer mit dem Börsenblatt. Der frühere Kommissionär unseres Blattes, H. Kirchner, war 1883 gestorben, worauf der Vor stand die Geschäftsführung der Obhut des Hauses Fleischer übertrug, das das Vereinsorgan bis zur Errichtung einer eigenen Geschäftsstelle, im Jahre 1888, verwaltete, und dafür die »Anerkennung der aus gezeichneten Führung der Geschäfte« erntete. Daß der rührige, unermüdlich tätige Mann mit der schnellen Auffassungsgabe und dem sichern Blick nicht unbemerkt bleiben konnte, ist nur zu natürlich, und so finden wir Nauhardt schon 1887 als Schriftführer des Verwaltungs-Ausschusses, dessen Kassierer er dann von 1892—1893 war. Auch im Festausschuß des Börsenvereins ist er öfters tätig gewesen, und es wird noch in lebhafter Erinnerung der Kollegen sein, wie Otto Nauhardt im Jahre 1889, als sich keine geeigneten Persönlichkeiten für einen Festausschuß gefunden hatten, die Veranstaltung der Festlichkeiten in die Hand nahm und ein hübsches Gartenfest im Garten des neuen Buchhändlerhauses ver anstaltete. Kantate 1907 trat Nauhardt, seit 1894 Alleinbesitzer der Fleischerschen Geschäfte, in den Vorstand des Börsenvereins ein, in dem er als Nachfolger des Stadtrats Franz Wagner das schwierige Amt des Schatzmeisters 5 Jahre lang mustergültig ver waltete. Nach Rücktritt von seinem Posten hat er dem Börsenveretn noch als Mitglied des Ausschusses für die Bibliothek, des Lehrlings und des Wahl-Ausschusses wertvolle Dienste geleistet. Auch höheren Ortes war man auf ihn aufmerksam geworden, was in der im Jahre >902 erfolgten Ernennung zum Königlich Sächsischen Kommerzienrat und der Verleihung eines hohen Ordens zum Ausdruck kam. Otto Nauhardt war sowohl wegen seiner persönlichen Tüchtigkeit als auch seines liebenswürdigen, immer hilfsbereiten Wesens halber in weiten Kreisen der Kollegen bekannt und beliebt, was man namentlich bei den Zusammenkünften zur Messe beobachten konnte. Immer freund lich und entgegenkommend, auch dem Humor nicht abhold, dabet ein tüchtiger Geschäftsmann von schnellem Entschluß und sicherem Griff so steht sein Bild vor uns, das nicht so bald verblassen wird. —n— Heinrich Keller s. — In Bonn ist am 7. Februar der Senior der katholisch-theologischen Fakultät der dortigen Universität Päpstl. Hausprälat Prof. vr. tdeol. Heinrich Kellner im Alter von 77 Jahren gestorben. Aus seiner Feder gingen u. a. hervor: »Verfassung, Lehr amt und Unfehlbarkeit der Kirche« (1872), »Hcortologie oder die ge schichtliche Entwicklung des Kirchenjahres und der Heiligenfeste« (1901); außerdem übersetzte er den Tertullian (1882) und bearbeitete den 11. Baud von Nohrbachers Kirchengeschichte. verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlers,ans. Redaktion und tLxpeoniou: Leipzig, Gerichtsweg 26 lBuchhändlerhaus). 192
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