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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.02.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-02-22
- Erscheinungsdatum
- 22.02.1936
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- Deutsch
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Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Die Statistik nach Wissenschaftsgebieten zeigt in elf Klassen einen Fortschritt, in zwölf einen Rückgang. Im all gemeinen sind die Veränderungen unbedeutend. Klasse 18 (Ro mane) hat den stärksten Zuwachs (-l- 93). Verhältnismäßig aber verzeichnen die Klassen 10 (Allgemeine Literatur; Essays) und 17 (Poesie und Drama) noch günstigere Ergebnisse. Den größten Verlust erleidet Klasse 23 (Biographie, Genealogie). Steuerjahr 1931 32 . 1!>32/33 . 1933/34 . 1934/35 . Eintragungen -12 907 137 424 139 047 142 031 ^14311 -i- 1623 -i- 2 984 Die folgenden Angaben haben auf einige besondere Arten von Büchern Bezug. Statistik der Bücherproduktion der Vereinigten Staaten nach Wissenschaftsgebieten: Wissenschaftsgebiete Neu erscheinungen*) Neue Auflagen*) 1933 1934 1933 1934 1. Philosophie 186 186 33 27 2. Religion und Theologie 696 579 36 23 3. Soziologie, Volkswirtschaft .... 573 622 48 52 4. Recht 73 61 18 11 6. Erziehung 149 164 16 15 6. Philologie 171 151 40 38 7. Naturwissenschaften . 285 314 72 70 8. Angewandte Wissenschaften, Techno- logie, Jngenieurkunst 164 163 54 41 9. Medizin, Hygiene 10. Landwirtschaft. 271 264 89 86 61 48 9 9 11. Hauswirtschaft 61 67 10 12 12. Handel 117 143 22 16 13. Schöne Künste 188 152 8 12 14. Musik 66 46 6 6 15. Spiel, Sport, Vergnügen 147 110 7 24 16. Allgemeine Literatur, Essays . . . 236 282 69 77 17. Poesie und Drama 448 503 53 58 18. Romane 1317 1356 489 543 19. Jugendschriften 523 466 103 135 20. Geschichte 434 433 30 64 21. Erdkunde und Reisen 213 220 30 44 22. Biographie, Genealogie 23. Enzyklopädien. Sammlungen, Biblio- 606 435 39 60 graphien, Verschiedenes 38 43 8 7 Insgesamt 6813 6788 — 25 1279 1410 -^131 Während des Steuerjahres 1. Juli 1934 bis 30. Juni 1938 hat das 6op^ri§dt Okkiee in Washington 142 031 Eintragungen vorge nommen. Es besteht also eine gewisse Erholung nach den Stürzen der Jahre 1931/32 und 1932/33: *) Nur die Bücher wurden gezählt; die Broschüren sind nicht berücksichtigt. 1. Die Eintragungen der amerikanischen Drucke (Bücher, Bro schüren, Flugblätter, Sonderabzüge von Artikeln aus Zeitschriften und Zeitungen) sind zahlreicher geworden: 1931/32 50944 1932/33 44400 1933/34 43636 1934/35 46488 — 3 072 — 6544 — 764 -s- 2 852 2. Die englischen Werke, die eingetragen sind, um in Erwartung der Vollendung der amerikanischen Ausgabe und ihres Verkaufs den viermonatigen interimistischen Schutz zu genießen, gewinnen im Jahre 1934/35 einen Teil des im Jahre 1933/34 verlorenen Bodens wieder. 1931/32 1932/33 1933/34 1934/35 1 337 1 352 1 169 1 238 -s- 139 -s- 16 — 183 -s- 39 3. Die Hinterlegungen der im Ausland in einer fremden Sprache gedruckten Bücher nehmen ab. 1931/32 1932/33 1933/34 1934/35 4 784 4 232 3 593 3 283 -s- 445 — 362 — 639 — 310 4. Bei den Hinterlegungen der Musikkompositionen tritt wenn auch noch bescheidener Wiederanstieg zutage. 1931/32 1932/33 1933/34 1934/35 29264 26 846 27 001 27 459 — 2 224 — 2 418 -s- 155 -l- 458 ein 5. Was die Werke betrifft, die hinsichtlich der Erneuerung des Schutzes für einen zweiten und letzten Zeitabschnitt von 28 Jahren eingetragen werden, so haben sie im Jahre 19Z3/34 die Höchstziffer der letzten zehn Jahre erreicht. 1931/32 1932/33 1933/34 1934/35 5 888 6411 6 989 6 661 — 110 -s- 523 -s- 578 — 328 (Fortsetzung folgt.) Wilhelm Grimm Zu seinem 150. Geburtstage am 24. Februar 1936 Die deutsche Dichtung ist dem Kinzigtale In Hessen zu besonderem Danke verpflichtet, enistammen doch dieser Gegend zwei große Dichter und zwei große Deuter deutscher Dichtung: Ulrich oon Hutten und Grimmelshausen, Jakob und Wilhelm Grimm. Den Heiden des Schwertes und der Jeder, die ihre Schriften mit dem glühenden Atem ihrer an Überschwang, Blut und Gewalttat allzu reichen Zeit erfüllen, stehen zwei prunklofe Gelehrte gegenüber, die sich selbst entäußernd verlorenes Gut der Borzeit und des Volkes zu hohen Ehren bringen. Umreißt diese Charakteristik nur die eine Seite von Jakobs Wesen — das große Gebäude der kommenden Deutschkunde ist gewaltig von ihm vorgezeichnet und mit unverrückbaren Grund- guadern versehen worden —, so wird Wilhelm Grimms Persönlichkeit und Werk restlos von ihr erfaßt. Wilhelm Grimm wurde als dritter Sohn des Stadtschreibers Philipp Wilhelm Grimm am 24. Februar 4788 in Hanau geboren. Der Vater kam fünf Jahre später als Amtmann des Grafen von Hanau nach Steinau an der Kinzig, wo sein Vater als reformierter Pfarrer lange gewirkt hatte. Zwischen Wilhelm und dem um ein Kühr älteren Jakob bestand ein besonders enges geschwisterliches Band, »gleich gekleidet und stets zusammen rückend-- genossen sie in mitten einer zahlreichen Kinderschar alle Freuden und Leiden der Kleinstadtjugend. Das uralte Städtchen Steinau, von hoher Mauer umwehrt, beschützt von einem ragenden Bergsried, In schönster Hügel- landschaft gelegen, war der richtige Ort, aufnahmebcreiten Kinder- gemütern die Schönheiten deutscher Vergangenheit und deutscher Land schaft tief einzuprägen. Bon der Schulbildung, die Steinau gewährte, ist leider weniger rühmenswertes zu melden. Der im himmelblauen Nock einherstolzierende Stadtpräzeptor Zinkhahn brachte den Schülern 188 zwar Fleiß und Aufmerksamkeit, jedoch wenig Kenntnisse bei. Die Lektüre der Kinder ist die Bibel, aus der jeden Abend ein Kapitel gelesen wird; die Märchen und Sagen des Ortes werden ihnen von Nachbarn, Dienstboten und Freunden erzählt. Wilhelms seine und besinnliche Art zeigt sich bereits in seinen KindheitSerlebnissen, von denen er 1828 eines mitteiit. »Als ich diesen Herbst in Steinau war, führte mich mein Weg einmal an einer Mauer vorbei, die Sonne beschien sie mit eigenem Licht und in dem Augenblicke fiel mir ein, daß ich einmal als Knabe bei ähnlicher Beleuchtung daran auf- und abging und mich der Begriff der Einigkeit und der Gedanke, daß meine Seele endlos sei, mit einer eigenen Macht und Angst beschäftigt hatte.-- Allzufrüh für die Familie starb 1798 der Vater; wie beliebt und geachtet er bei der Bevölkerung war, zeigt das von Jakob be lauschte Wort des Tischlers, der beim Maßnehmen zum Sarge zu seinem Gefährten äußerte »Der Mann, der da liegt, verdient einen Sarg von Silber«. Die Unterstützung einer Tante ermöglichte es der Mutter, 1798 Jakob und Wilhelm auf das Gymnasium in Kassel zu geben. Ein Stübchen und ein Bstt beherbergte dort beide, an einem Tische wurde gemeinsam gearbeitet. Hier begann die Kränklichkeit Wilhelms, der ein blühender, froher Knabe gewesen und von allen Kinderkrankheiten verschont geblieben war. Ein Leiden, das sich vor allem in Herzbeklemmungen nnd Mattigkeit äußerte, machte ihm besonders in seinen Jünglingsjahren viel zu schaffen und milderte sich erst in späterer Zeit. In den kargen Freistunden las Wilhelm die großen deutschen Dichter, insbesondere wandte er sich Goethes Dichtungen zu; auch ergötzte und tröstete ihn ein der ganzen Familie in mehr oder minderem Maße eigenes Zeichenialent.
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