Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.07.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1935-07-04
- Erscheinungsdatum
- 04.07.1935
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19350704
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193507043
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19350704
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1935
- Monat1935-07
- Tag1935-07-04
- Monat1935-07
- Jahr1935
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
152, 4. Juli 1935. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn Buchhandel. Unterstützungs-Verein Deutscher Buchhändler und Buchhandlungs-Gehülfen Die Firma R. von Decker's Verlag, G. Schenck in Berlin hat uns für die „Immerwährende Mitgliedschaft" ihres Herrn Bruno Schenck RM 5Ül>.— überweisen lassen. Herr Hofbuchhändler Bruno Schenck ist hierdurch unser viertes „Immerwährendes Mitglied" seiner Firma seit dem Jahre 185V. Wir danken herzlichst für diese vorbildliche Treue. Berlin, Juni 1935. Der Vorstand: Friedrich Feddersen. Reinhold Borstell. Joseph Steiner. Kurt Petters. Fritz Psenningstorff jun. Der Geist der Kampfgeneration Von Paul Köppe-Weglander Wir haben uns eines ganz klarzumachen, was noch merk würdig vielen unter uns unbewußt vder nur halbbewußt geblieben ist: >daß wir für die Dauer -unseres ganzen Lebens und für das große und llcine Geschehen dieses Erlebens Tag für Tag und Stunde um Stunde uns mehr oder minder in einem immer währenden Kampfzustand befinden. Wir haben die Weite dieser sehr ernsten Tatsache nicht begriffen, wenn wir beim Losen vder Hören solcher Worte denken, das sei schon alles nicht schlimm und ginge auch früher oder später wieder vorüber. Außerdem habe man mit den eigenen Sorgen und Angelegenheiten soviel zu tun, daß man sich darüber hinaus nicht noch um große gemeinschaftliche Fragen den Kopf zerbrechen könne — . Unser Sein ist heute angefüllt mit Bindungen aller Art, es sind natürliche Spannungen vorhanden, die dem geistigen Raum entstammen und die Kampf auf der ganzen Linie unseres Mcnsch- seins bedingen. Allzuviclcn kommt dieser Kampf höchst ungelegen. Besonders die Kriegsgeneration, die nicht zu Unrecht glaubt, ihre Pflicht, ihre Aufgabe erfüllt zu haben, wehrt neue Kämpfe ab, stellt dieser »Zumutung des Schicksals« Unwillen oder gar Erbitte rung entgegen und sagt, sie verlange endlich Ruhe! Es liegt dieser Einstellung ein immerhin begreiflicher Unmut zugrunde, der über all da angehen mag, wo es sich um wirklich abgekämpfte Naturen handelt, die im Hasten des heutigen Alltags keinen Platz mehr brauchen. Tragischer wird die Lage schon, wenn so gesinnte Volks genossen Platz suchen und ihn trotz vermeintlich redlichster Be mühungen nicht finden, oder aber wo andere den bisher gehaltenen Platz aufgeben müssen, weil sie den Boden unter den Füßen schwinden fühlen, — weil sie nicht mehr mitloinmen in der alles neu formenden Gestaltung unserer Zeit. Sie müssen zunächst zu der Erkenntnis gelangen, daß alles große Werden aus einem Kampfe, einem Siege wächst und daß Kampf nicht nur hart, rück sichtslos oder gar brutal sei, sondern in seinen urhaftestcn Ele menten nichts als Kraft, Sammlung und gut vorbedachte An wendung ist. Um die Bewußtmachung dieser gesammelten Kraft aber geht es uns! Wir, die wir uns der Kämpfergeneration ganz und gar zugehörig fühlen, vermögen aus eben diesem Empfinden heraus zu verstehen, daß eine gewisse schonungslose Aufklärungsarbeit an all denen zu leisten ist, die dem Dienst am Gemeinwohl an ihrer Statt sernstehen. Sie müssen belehrt -werden, und ein solcher Be lehrungsversuch sei auch dies. Denn es darf nicht -sein, wir können es uns in unserer Lage einfach nicht erlauben, ungezählte Kräfte brachliegen zu lassen, ohne den ernsthasten Versuch der Gewin nung unternommen zu haben. Selbstverständlich geschieht das alles bereits aus wirtschaftlich-organisatorischem Wege mit den uns zur Verfügung stehenden besten technischen Hilfsmitteln usw. Aber eines fehlt dennoch: die geistige Bemühung in eben dem selben Umfange, den die rein praktische bereits erlangte. Nehmen wir nur ein Beispiel — die Olympiade 1936. Dieses Fest der friedlichen Wettkämpfe der Nationen wird in jeder Weise großartig vorbereitet; auch ein Amt für Sportwerbung ist geschaffen worden, das für die größtmöglichste Volkstümlichkeit der riesigen Veran staltung zu -sorgen hat. Aber man ist nicht bis zur Wurzel alles naturhasten Seins, zum Geiste, vorgestoßen, um ihn in einem so kampffesten Sinne zu bilden und zu schulen, daß es dann eigent lich einer besonderen Werbung gar nicht mehr bedurfte, weil der 542 Gedanke des edlen Wettstreites an sich den so zu Millionen Trägern gewordenen Massen zum Selbstverständlichen des persönlichen Lebenswillens wurde. Die Voraussetzung zum erfolgreichen Be stehen im Lebenskämpfe bildet aber doch der festvcrankcrtc Per sönlichkeitsgedanke, der den Jüngeren unter uns nun allerdings, schon eingcschult oder gar eingeboren wurde, den die älteren abep zum großen Teil immer noch in falscher Auffassung als übet Gebühr stark betontes Selbstvertrauen ansehen, ohne dabei zu be denken, daß echtes Selbstvertrauen gleich großem Gottvertrauen ist. Diese geistige Einstellung, bis zu der man bisher nicht vsr- stoßcn konnte, dennoch anders zu richten, muß trotz- und allstem Ziel und Aufgabe werden. Es gibt immer Alte, Ältere und Junge, und unter ihnen immer jungfühlende Alte wie altempsindende Junge. Hier heißt es Auslese treffen, aus allen Schichten das wertvolle, brauchbare Edelmetall zusammenraffen, es unter dem Fcucrgeist der Jugend zu neuem, schöneren Leben erwecken, indem man ihm bedeutet, wie groß und gehaltvoll die durch einen ernsten Kampf erworbene Freude am Dasein zu werden vermag! Kampf im besten und reinsten Sinne ist allerdings nicht möglich ohne ausgiebige Erziehung zu rechter Kampsgesinnung; — einer Gesinnung, die die Leistungen des Gegners und diesen selbst genau so hoch achtet und wertet wie die eigene; — die uns befähigt, mit wirklich offenem Herzen und ungetrübter Freude dem Sieger die Hand zu drücken, der uns doch den so heiß er sehnten Preis abrang. Im besonderen handelt es sich darum, die Idee der Kampserziehung aber nicht nur für das rein Körperliche wirksam zu erhalten, sondern mehr als es bisher geschah, den geistig-seelischen Kampf zu betonen. Aus den Alltag übertragen, bedeutet das wiederum eine Mitübcrnahme des ost noch in so häßlichen Formen sichtbar werdenden »Konkurrenzs-Wettbewerbes in die Sphäre des wahrhaft Erhabenen und Verstehenden. Wir alle ringen mit- und gegeneinander um das bißchen Leben, das wir täglich und stündlich voll und ganz einzusetzen haben, wenn wir uns behaupten wollen. Doch in dieser einzigartigen uns ausge bürdeten Schwere müssen wir den tiefen Sinn unserer Aufgabe finden, jeder für sich selbst und ganz allein aus sich gestellt, damit wir Schritt um Schritt zu der Erkenntnis kommen: dahinter steck^ ein Verborgenes, ein Geheimnisvolles, dem das Mittel seiner Er füllung der Kamps im geistigen Raum ist. Er allein bietet die natürliche Voraussetzung für das Wer den großer plastischer Dinge: aller Fortschritte, deren sich Kunst, Wissenschaft, Technik, Handel oder Verkehr zu erfreuen haben; — aller Siege, die im internationalen Wettstreit mit den Vertretern fremder Völker und Nässen aufzuwcisen sind; — aller künftigen Errungenschaften aus sämtlichen Lebensgebieten, die unser Sein bedingen, überhaupt. Deshalb erscheint es bei näherer Betrachtung unbedingt er forderlich, diesem Kampffeld eine weit größere Aufmerksamkeit zu widmen als es bisher zum Schaden des Gesamtbuchhandels geschah. Denn die Beeinflussung durch das Wort ist immer noch das vorzüglichste Mittel jedweder Werbung, — Kampflieder waren seit altersher unentbehrlicher Bestandteil völkisch-sport licher Erziehung: Warum nutzen wir diese Gegebenheiten nicht besser für unser eignes Sein, indem wir uns dem Geist der Kampsgeneration ganz verschreiben, damit wir aus ihm schaffen, wirken und bauen können an Zielen, die wir jetzt gar nicht zu sehen vermögen!
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder