Nummer 262, 10. November 1938 BörsenbVatt für den Deutschen Buchhandel 5785 „Ein Buch/ wie ich seit Mechows /Vorsommer^ kein schöneres gelesen habe. Es gibt viele feine Bemerkungen und kluge Gespräche in diesem Buch, und mancher Volksdeutsche Gedanke ist jo geschickt einge flochten, daß, wer Gelegenheit hat, Ausländer über deutsche Literatur der Gegenwart zu beraten, dieses Buch nicht vergessen darf. Aber all das ist »ich! die Hauptsache. Auch nicht die wundervollen Landschaftsschilderungen und die feinsinnigen Betrachtungen über Kunst und Kunstdenkmäler. Das Große an diesem Buch liegt darin, daß es eine ganz einfache Liebesgeschichte ist, die Ge schichte einer Liebe zwischen Jüngling und Mädchen, dem zarten Beginn, dem Sichfmden und Scheidenmüffen. Ts ist daneben kaum von Bedeutung, an welchem Ort die Geschichte spielt und in welcher Umwelt. Wer kann denn noch eine so herrlich einfache Liebesgeschichte schreiben? Ich weiß, wie ich schon sagte, außer Mechows ,Vorsommcr' keine, und außer jener Ursula kein Mädchen, das sich mit Ieanne vergleichen ließe. Wir haben den heißen Wunsch, daß der Dichter nicht verstummen möge." schreibt Manfred Jasser in der Berliner Börsen,Leitung über den Roman von Karl ^Vla^er 6e/ie/tet 2.äl), in Leinen I.äO „Ein wundervolles Dokument edelsten Osterreichertums, ein Zeugnis für jenen Grenzstamm, der für Jahrhunderte sein Bestes hergab, um das Deutschtum kn den Ostmarken zu behaupten. Mit der Gewißheit seines Deutschtums fährt der junge Student in die kleine französische Universitätsstadt Dijon und erlebt hier das fremde Volkstum in seiner ganzen Tiefe und Gegensätzlichkeit... Aber wie der Krieg alle Selbsttäuschungen zerstörte, so vollendet sich in der Trennung auch die Liebe des Studenten zu der kleinen französischen Lehrerin, die in einem mit fast Stormscher Lyrik beseelten Sommer aufkeimte. Das Mädel zerbricht über der Gewiß heit des entgültigen Verlustes und hinterläßt ein Tagebuch, das, so schlicht es von den Kämpfen eines edlen Herzens erzählt, zu dem Schönsten gehört, das uns das deutsche Schrifttum der letzten Jahre schenkte. Man kann sich von den Stimmungen schwer lösen, die dieses Buch in uns weckt, muß den Gedanken nachgehen, die cs aufrührt." Lteler Leitung „Es ist ein mildes, ein gütiges Werk von der kleinen Zuversicht auf den besseren Menschen im Menschen. Das Gemüt der Mutter sprache leuchtet aus seiner reinlichen Prosa." Deutsche Rundschau „2n dem Roman wird die Tragik alles menschlichen Lebens auf einmal wahr und übergroß, und doch gibt es keinen Schuldigen. So ist eben das Leben, das für jeden einzelnen ein besonderes Schicksal aufbewahrt. Das dünkt uns das größere Wunder an dem Buch. Ja, es gibt an ihm Wunder der Sprache, des schönen Aufbaues, der Liebe. Aber die Schuldlosigkeit aller Gestalten an dem schmerzlichen Geschick einiger daraus gibt ihm erst jene Weihe, die unauslöschlich ist. Das Jahr in Dijon, das ist ein Jahr, wie es uns alle einmal getragen hat, oder noch tragen wird, es ist ein Stück aus unser aller Leben und wohl darum auch zu Herzen gehend und überirdisch schön." Lari Watzinger in „Der Äckermann aus Böhmen" Für den Weihnachtstisch eignet sich dieser gehaltvolle, feinsinnige Roman wie wenige andere! Am besten gleich nachbestellen! AusIiekeruvZ ür I^eipri^ lrei ^>48 1^. Haessel unä lieinrieli Keller