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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.02.1891
- Strukturtyp
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- 1891-02-16
- Erscheinungsdatum
- 16.02.1891
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- Deutsch
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38, 16. Februar 1891. Nichtamtlicher Teil. 98S »»nstanftalt ivvrm. «»stav W. Skitzl in WandSvkk. 975 Aruould u. von Olberg, Das deutsche Heer und die Marine. Sari Merhoff'S Verlag in München. 973 Frommer, Unser Prinz-Regent Luitpold. «edriider Partei in Berlin. 97« Nöpke», Oie tiintrix Semmeln äes Stuäwsns Inillsker. 8torm, Immenses. 35. Xuü. k. «. Schwetschke » Sah« i«»»elha»S » Pscnningstorff» i» Vrannschwcig. 975 Dcinhard, Psychomctric. Bernhard Tauchnitz in Leiprig. - 975 kliillp», Loeial Vieissitnäos. S. Tempsktz in Prag. 974 Der SeissXunix. NsransA. von Sednllr. vandenhocck öt Ruprecht in «Stttngen. 97s Bornemann, Bittere Wahrheiten. 2. Ausl. Verlag »er «cadcmischeu Monatshefte in München. 975 Moderne Novellen. Band 1. vrrnh. Krirdr. Voigt in Weimar. 97s Aexer, Oie Orunäledrsn äsr Ilirrmaeverleunst. 3. Xnü. L. Weder » Sport-verlag in Lew,lg. »7i liennelt, Oer Henkuuälänäer. Nichtamtlicher Teil Die Ausstellung zur Feier der vikrhundertjlihrigcn Einführung der Bnchdrulkerknnst in Kopenhagen. Wir hatten bereits früher*) Gelegenheit, auf eine» Verein in Kopenhagen aufmerksam zu machen, der für Dänemark das sein will, was der Centralverein für das gesamte Buchgewerbe in Deutschland zu werden sich bestrebt und daß der jüngere Bruder sich dabei in derselben Lage wie der ältere befindet, wenig Geld zu habe» uud durch vermehrte Thätigkeit versuchen zu müssen, diesen Mangel weniger bemerkbar zu machen. Dies thut der Kopenhagener Verein in wahrhaft anzuerkennender Weise und wir haben bereits in dem obenerwähnten Artikel Belege dafür beigebracht. Heute können wir von einer That in größerem Maßstabc berichten. Der Verein hat, was das Lokal anbetrifft, durch de» Industrie-Verein mit seinen großen Ausstellungsräumen unter stützt, anläßlich der vierhundertjährigen Einführung der Buch- druckerkuust in Kopenhagen eine internationale buchgewerbliche Ausstellung in Scene gesetzt, und hat damit Glück gemacht. Zu dem vielen Merkwürdigen in der ältesten Verbreitungs geschichte der Buchdruckerkunst gehört das sprunghafte Auftreten der letzteren an Orten, wo man es kaum erwarten konnte und wo die äußeren Bedingungen des Gedeihens fehlten. So treffen wir 1482, nur um ein Jahr später als Leipzig einen datierten Druck aufzuweisen hat, in einer kleinen Stadt Odense auf der Insel Fühnen einen Drucker, Johan Snell, der nicht von einer reichen geistlichen Behörde einberufen war, um eine Bibel, ein Breviarium oder dergleichen zu drucken, sondern, ohne Veranlassung ein lateinisches Buch, die Belagerung von Rhodos durch die Türken im Jahr 1480 aus seiner Presse darbringend. Ebenso unerwartet, wie er kam, verschwand er, um ein Jahr darauf als Stockholms erster Drucker aufzutauchen und dann wieder für immer zu verschwinden. Erst acht Jahre nach Snells Auftreten in Odense erhielt die Haupt-, Residenz- und Universitätsstadt Däne marks, Kopenhagen, eine Druckerei, und nicht, wie man hätte er warten können, von Lübeck oder Rostock ans, wo die Kunst schon vor Mitte der siebziger Jahre des XV. Jahrhunderts blühte und wo ein lebhafter Verkehr mit Kopenhagen bestand, sondern ebenfalls ohne äußeren Einfluß durch einen Holländer eingesührt, Gotfred van Gehmen van Os, so nennt er sich auf einem Druckwerk aus dem Jahre 1505. Ueber seine Vergangenheit und die Details seines Natio nale herrscht wenig Klarheit, was, da es sich um eine Zeit handelt, wo die Führungslisten, Pässe und dergleichen noch nicht blühten, nicht zu verwundern ist. Wahrscheinlich ist es, daß er aus der Catdt Gehmen in Westfalen stammte, die vielfach mit Holland litterarisch und buchgewerblich verknüpft war und daß er in Os *) Vrgl. Börsenblatt 18S0 Nr. 70. gedruckt und sich, wie mehrere andere Buchdrucker, auch nach dieser Stadt genannt hat; gewiß ist, daß er bei Gerard Leu in Löwen arbeitete und in Gouda druckte. Auf die näheren Einzelheiten hier einzugehen dürfte zu weit führen. Zu den Heroen oder selbst zu den bedeutenderen Epigonen der Kunst gezählt zu werden hat Godfred van Gehmen keinen Anspruch. Die Zahl seiner Schriftsorten ist eine sehr beschränkte gewesen, ebenso die Qualität; denn wenn auch seine ersten Drucke nicht übel aussehen, so nützten sich die Schriften doch bald ab, und seine späteren Drucke sind nicht zu den guten zu rechnen. Merkwürdig genug scheint die Universität kein Bedürfnis gefühlt zu haben mit Gehmen anzuknüpfen, vielleicht auch um gekehrt; denn Gehmen druckte vornehmlich dänische Bücher kleineren Umfanges; man kennt etwa ei» Viertelhundert aus der Zeit bis 1570. Sein erster Druck war ein Donat; die ver breitetsten Drucke waren »äen äumke kiimlrrönitcv«, das einzige (fünfmal aufgelegte) dänische Buch aus dem XV. Jahrhundert, und »kecker Uaalss OräsproZ« (Sprichwörter) in vier Auflagen, und so ist Gehmen immerhin einiges Verdienst um die Verbreitung der dänischen Litteratur geblieben. Ein besonderer Gegenstand volkstümlicher Verehrung wie der mythische Koster in Holland oder Caxton in England ist Gehmen jedoch nie gewesen, und die vierhundertjährige Feier durch eine internationale Ausstellung ist zunächst mehr wie ein kühner, vom Glück begünstigter Griff seitens der eigentlichen Seele des Vereins für Buchhandwerk (kopchaanävWrk) des Herrn Tylographen H endriksen zu betrachten, als wie der Ausfluß eines nationalen Bedürfnisses. Eine Gutenbergfeier würde dem Volksbewußtsein vielleicht sogar näher stehen, wobei der Umstand mitreden dürste, daß für den Dänen unbewußt der Name Thor- waldsen sich mit dem des Altmeisters verknüpft. Die im Januar und Februar abgehaltene Ausstellung be steht aus 1113 Nummern, ist demnach nicht als eine sehr um fangreiche , trotzdem aber als eine sehr interessante, belehrende und, was bei Ausstellungen das wichtigste, übersichtlich gegliederte zu bezeichnen. Sie bildet drei Hauptabteilungen, die historische, die moderne und die technische. Die erste Abteilung zerfällt wieder in vier Abschnitte: 1) Bücher im Auslande gedruckt; diese sind von der ältesten bis auf die neueste Zeit chronologisch in Gruppen nach Jahrhunderten geteilt. 2) Bücher aus Dänemark, fortlaufend geordnet. 3) Bucheinbände. 4) Holzschnitte aus den letzten Jahrhunderten. Diese ganze Ab teilung ist aus der königlichen Bibliothek durch den Oberbiblio thekar Justizrat vr. Chr. Bruun geliefert, geordnet und kata logisiert Der Genannte gehört zu der nicht so großen Zahl von Vorstehern solcher Anstalten, welche die Schätze derselben auch für das »Handwerk« nützlich zu machen gern bestrebt sind und diesem letzteren auch seine eigenen geistigen Schätze zur Verfügung stellen. Dem Verein für Buchhandwerk ist er von Beginn ab ein treuer Beistand gewesen. Die moderne Abteilung beginnt mit einer kleinen Auswahl aus der Handbibliothek Seiner Majestät des Königs. Es folgen dann 128*
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