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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.11.1931
- Strukturtyp
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- 1931-11-17
- Erscheinungsdatum
- 17.11.1931
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- Deutsch
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>-r 267, 17. November 1931. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b. Dtschu Buchhandel. stärkt und die Auswahlhefte lebender Schriftsteller in der Samm lung »Deutsches Schrifttum« wurden als willkommene Ergän zung des deutschen Literaturunterrichts im In- und Auslande begrüßt. Mit Unterstützung der Deutschen Akademie erschien das zweibändige Sachwörtcrbuch der Deutschkunde, das für den Leh rer im Auslande eine unschätzbare Fundgrube für Belehrungen und Anregungen darstellt. Eine neuzeitliche Aussprachelehre, die 2r. Drach unter Förderung der Deutschen Akademie heraus brachte, erfüllte einen alten Wunsch der Sprachpädagogen. Dem Fortbildungskurs für bulgarische Deutschlehrer folgten in diesem Sommer kürzere Lehrgänge für schwedische Lehrer und deutsche Lehrer in Polen und der Tschechoslowakei, auch hier ver anstaltet in Gemeinschaft niit der Deutschen Kunstgesellschaft in Berlin. Die Bestrebungen, den ausländischen Studierenden plan mäßiger als bisher in den praktischen Gebrauch der deutschen Sprache einzuführen, führten zu einer bemerkenswerten Steige rung der Leistungen in den Münchner Deutschkursen und zur Gründung ähnlicher Kurse in Leipzig, Dresden und Halle, die in Zusammenarbeit init den dortigen Hochschulen von der Deutschen Akademie eingerichtet und finanziert wurden. An dem zum ersten Male in Deutschland stattfiudenden »äunior Vear» in München, das jungen Amerikanern und Ameri kanerinnen gestattet, ihr letztes Gymnasialjahr in Deutschland abzulegen und dessen Zeugnisse in den Vereinigten Staaten an erkannt werden, nahm die Praktische Abteilung regsten Anteil und erhielt den gesamten Deutschunterricht übertragen. Die Bildung von Länderausschüssen, in denen die kultur politischen Beziehungen Deutschlands zu einem bestimmten Staate zusammengefaßt werden, wurde mit der Gründung eines amerikanischen und eines englischen Ausschusses fortgesetzt. Der Indische Ausschuß, der nunmehr zwei Jahre besteht, konnte im Oktober zwanzig Stipendien an indische Studierende an ver schiedenen deutschen Hochschulen verteilen. Durch seine Werbe arbeit in Indien ist die Zahl indischer Studierender binnen kur zem in Deutschland so gesteigert worden, daß Deutschland heute nach England die meisten indischen Studenten besitzt. Dip Rück wirkung auf Indien ist nicht ausgoblieben: an einer Reihe von Hochschulen sind deutsche Lektoren angestellt oder andere Mög lichkeiten zur Erlernung der deutschen Sprache geschaffen worden. Zahlreiche kulturell führende Persönlichkeiten aus Indien weilten im vergangenen Jahre als Gäste des Indischen Ausschusses in München; eine indische Bücherei konnte gegründet, die regel mäßige Abhaltung von Kursen in den verschiedenen indischen Sprachen ins Auge gefaßt werden. Der Amerikanische Ausschuß, dessen zweiter Vorsitzender der frühere amerikanische Botschafter Shurman ist, veranstaltete ver schiedene Borträge amerikanischer Gelehrter und bereitet zur Zeit an einer Anzahl deutscher Hochschulen Washington-Feiern vor, bei denen aus seine Einladung ein namhafter amerikanischer Wissenschaftler sprechen wird. Der Englische Ausschuß hatte im Sommer den verdienten früheren Germanisten der Universität Edinburgh zu zwei Gast vorlesungen bei sich und gründete bei dieser Gelegenheit ein »Thomas Carlyle Stipendium-, das jährlich zu Weihnachten in engster Fühlung mit englischen akademischen Körperschaften einem besonders befähigten jüngeren englischen Germanisten verliehen werden soll. Unter den sonstigen Arbeiten der Praktischen Abteilung, die eine ausgedehnte Korrespondenz und persönlichen Verkehr mit allen Teilen der Erde unterhält, sei zum Schluß das »Verzeichnis deutscher Ortsnamen im Auslande« erwähnt, das nach mehr jähriger Arbeit sertiggestellt werden konnte. Besondere Beach tung — nicht nur in Bayern — fanden die Bemühungen, den deutschen Volksgesang zu beleben, die in den drei diesjährigen Wettsingen in Traunstein, Landshut und Weilheim ihre Krönung fanden. In den »Mitteilungen«, der Zeitschrift der Deutschen Akademie, die in einer Auflage von 5000 Stück erscheint und vorwiegend gemeinverständlich geschriebene wissenschaftliche Ab handlungen aus dem gesamten Gebiete der Deulschlumspflege bringt, wurde auch im vergangenen Jahre eine Anzahl viel beachteter Aufsätze veröffentlicht. 994 Der vorstehende Bericht enthält nur die wichtigsten Arbeiten des vergangenen Jahres und nicht einmal diese vollzählig. Der Überblick dürfte jedoch genügen, um zu zeigen, daß die Deutsche Akademie nicht zu jenen Gründungen gehört, die der Laune oder den Persönlichen Interessen einzelner entsprungen sind und ein im Grunde nutzloses dekoratives Dasein führen. Wenn die Öffentlichkeit wüßte, mit welch bescheidenen Mitteln die einzel nen Arbeiten durchgeführt worden sind, wie unendlich sparsam diese Organisation auch in den Jahren gearbeitet hat, als in Deutschland noch erhebliche Mittel für kulturpolitische Werbe arbeit zur Verfügung zu stehen schienen, würde sie ihrer Tätig keit wahrscheinlich mehr noch als bisher Achtung geschenkt haben. Immer wieder wird in unserer Zeit darüber geklagt, es fehle unserem Volke an nationalen Hochzielen, um derentwillen es sich lohne, die Lasten eines verlorenen Weltkriegs zu tragen — das Ziel, dafür zu wirken, daß möglichst viele Menschen auf der Erde sich der deutschen Kulturleistung für ihre innere und äußere Entwicklung zu tiefst verpflichtet fühlen, i st ein solches Hoch ziel: es ist der Einsetzung aller Kraft, der Mitarbeit des ganzen Volkes wert. Warum bklklngl? iS. auch Börsenblatt 22l> und 25L.j Normalerweise ist heute kein Betrieb in der Lage, mehr oder längeren Kredit zu gewähren, als er ihn selbst genießt. Da der Verleger weder Druck noch Papier, noch Einband mit einem Ziel von zwölf Monate» erhält und die Autoren nicht erst 12 Monate nach Auslieferung eines Werkes honorieren kann, bedeutet die Be dingtlieferung, sobald sie größeren Umfang annimmt, unfehlbar Jlliquidität für den Verlag und macht ihn unfähig, weiter zu produ zieren, wenn nicht gar seine Verpflichtungen einzuhalten. Anderer seits ist kein Sortimenter gezwungen, seiner Kundschaft zwölf Mo nate Kredit einzuräumen lhier ist nicht vom Reisebnchhandel die Redest EL ist auch gar nicht cinzusehen, warum der Sortimenter die Beträge, die er durch Verkauf von Büchern bekommt, nicht eben sogut zur Bezahlung von Verlegern verwende» sollte wie zur Deckung anderer Kosten. Worauf es aber dem Sortimenter ankommt, ist, baß er Bücher nicht nach Jahr und Tag für ein paar Groschen abstoßen muß, die er seinerzeit zum vollen Nettopreis eingekauft hat. Nur aus diesem Grunde scheint mir die zeitgemäßeste Praxis: der Bar- bzw. Fest verkauf mit kurzem Ziel bei vollem Umtauschrecht des Sortimenters. Der Verleger hat dabei den Vorteil, daß er sür die herausgehende Ware Geld hereinbekommt. Der Sortimenter wird sich austrengen, nicht zuviel Ware hereinzunehmen und die heretngenommene tatkräftig zu verlausen (beim Bedingtbezug kann das Interesse daran wesentlich geringer seinj, der Umtausch kann sederzeit vorgenommen werden. Die damit verbundene Arbeit ist keinesfalls eine größere als bei der Abrechnung von Bedingtbezügen. Vor allem aber, und dies scheint das wichtige zu sein, der Strom von Büchern, der sich in die Tausende von Sortimentsbuchhandlungen ergießt, muß identisch sein mit dem Geldstrom, der sich zu den Ver legern ergießt. Beim Bedingtbezug, wo keinerlei Grenze» gesetzt sind und überdies nur sehr gut organisierte Betriebe in der Lage fein werben, so zu wirtschaften, daß sie bei der Verrechnung des Kommissionsgutes auch wirklich bezahlen können, wird der Verleger das hereinsließende Geld eine ganze Weile liegen lassen, bis er irgendwelche größere Produktion zu finanzieren hat. Denn neue Verpflichtungen cingehen kann er erst, wenn er weiß, wieviel von der ausgelieserten Ware bezahlt wird. Dies wäre der günstigste Fall. Im allgemeinen aber würde sich alles anders abspielen, die Verleger würden schon vor dem Abrcchnungstermin bei ihren größeren Kunde» um Akonto-gahlun- gen ersuchen, die Sortimenter würden bei der Jahresabrechnung zwar Mitteilen, was sie schuldig sind, würden aber in Raten ab zahlen wollen und so fort. Eine Unmenge von unproduktiver Arbeit, die beim Bar- oder kurzfristigen Festbezug mit vollem Umtausch- recht wegsällt. Natürlich wird der Verlag einwcnden, was soll er mit den Büchern tun, die zurückkommen. Darauf kan» man nur erwidern, er möge sich vorstellen, sie seien aus Lager liegen geblieben. Das einzige wirkliche Gesahrenmoment, daß der Verlag Neuauflagen herstellt, während beim Sortiment genügend unverkaufte Exemplare liegen, läßt sich leicht ausschalten, indem vor Druck einer neuen Auslage mit einer ausreichenden Frist zur Rücksendung ausgesorbert wird. Ter Sortimenter, der dann nicht remittiert, könnte die Exem plare alter Auslagen dann allerdings nicht mehr Umtauschen. Es würde uns interessieren, wie Sortiments- und Verlags kreise darüber denken. Malik-Vcrlag.
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