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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.05.1925
- Strukturtyp
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- 1925-05-13
- Erscheinungsdatum
- 13.05.1925
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- Deutsch
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7860 Börsenblatt f. d. Dtschn. Bnch-and-l. Redaktioneller Tell. 11l, 13. Mai 1S2S. Der Vorsitzende hebt hervor, daß das Protokoll der Geschäftsführer, Herr Or. Heß, und das stenographische Proto koll Herr Kammerstcnograph Kelch führt. Die Rednerliste führen die Herren Paul Nitschmann-Berlin und Albert Dicderich-Dresden. Als Stiminzähler werden bestimmt die Herren vr. Brandstetter-Leipzig, Hayno Focken-Dresdcn, Arthur Frahm-Erfurt und Otto Boigtländcr-Leipzig. Der Vorsitzende weist auf den geplanten Verlauf der Jahrhundertfeier, insbesondere aus die für Montag in Aus sicht genommenen Feiern hin. Am heutigen Tage gelte es, mit frischer Kraft sich der Vereinsarbeit zu widmen. Der Vorsitzende stellt nunmehr zu Punkt l der Tagesordnung den Geschäftsbericht zur Diskussion und kündigt schon jetzt an, daß die Versammlung einige Entschließungen zu fassen haben werde, die auch über den Kreis der Anwesen den hinaus in aller Öffentlichkeit wirken sollen. Beim Punkt Buch Verlag und Sortiment weist der V o r s i tz e n d e auf die Notwendigkeit hin, für guten Nach wuchs zu sorgen. Hierzu wird von der Versammlung die als Anlage 1 angefügte Entschließung einstimmig angenommen. Herr Röder verweist noch auf den Beschluß der Deutschen Buchhändlcrgilde, Herrn vr. Eugen Diederichs als Beitrag für die Sommcrakadcmicn 250 Mark zu gewähren, und en^pfichlt weitestgehende Nachahmung. Zum Punkt Lage des Buchhandels in der Schweiz stellt der Vorsitzende auf Wunsch des Schweize rischen Buchhändlervcreins ausdrücklich fest, daß sich die Schweizer Buchhändler nicht für die Einführung eines Zolltarifs eingesetzt haben, im Gegenteil diese Bestrebungen bekämpfen. Zum Punkt Schutz des Ladenpreises bittet Herr Walter Bangert- Hamburg die Versammlung namens der Gilde um Annahme der aus Anlage 2 ersichtlichen Entschließung, die ebenfalls einstimmig angenommen wird. Herr Or. Albert Heß- Leipzig verweist auf die Schwierigkeiten, die infolge des Kartellgcsetzes der Sperrung von Schleudcrern entgegenstchen, und teilt mit, daß es gelungen ist, in den beiden dem Kartellgericht bisher zur Genehmigung vor- gelcgten Fällen, in einem Falle ohne weiteres, im zweiten Fall nach vorheriger, am gestrigen Tage erfolgter Gerichtsverhandlung, die Zustimmung zur Sperre zu erlangen. Um in weiteren Schleuderfällen die nötigen Anträge beim Kartellgericht schnell stens stellen zu können, sei die Beifügung lückenlosen Bcweismatcrials bei Beschwerden unbedingt erforderlich, um dessen Ein sendung die beschwerdeführenden Vereine gebeten werden. Zum Punkt Belieferung der Volksbibliotheken stellt Herr Röder fest, daß der Vorstand niemals seine Zustimmung zu einer Rabattgewährung an Volksbibliotheken gegeben, sondern stets eine gegenteilige Stellung eingenommen habe. Er verliest das von den Volksbibliotheken angezogene Schreiben des Börsenvcreins vom Dezember 1920, das zu der von ihnen vertretenen Auffassung keinen Anlaß gibt, vielmehr das Gegenteil besagt. Er bittet die Verleger, sofern sie etwa ganze Auflagen an die Volksbibliotheken liefern, sich der Vermittlung des Sortiments zu bedienen. Zum Punkt Schädigung des Gewerbes durch Staatsbetriebe fragt Herr O t t o Dabel o w-Hamm an, ob seitens des Börsenvcreins bereits Schritte unternommen sind, die Masscnlicferungcn an das Preußische Justizministerium zu verhindern. Er führt Einzelfälle für die Unterbietung der Sortimenter durch die Verleger bei Lieferungen an Behörden und Schulen an und bittet den Vorstand des Börsenvereins, dafür zu sorgen, daß diese direkten Lieferungen an Behörden und Schulen unterbleiben und das Sortiment nicht ausgeschaltet wird. Herr Röder betont, daß der Vorstand selbstverständlich dieser Frage Beachtung schenkt und sie bereits behandelt; allerdings gehe seine Macht nicht so weit, wie sich Herr Dabelow vorstelle. Herr Röder weist auf die im Gange befindlichen auf Abstellung der Mißständc hinzielenden Verhandlungen des Vorstandes mit der Vereinigung rechts- und staatswisscnschaftlicher Verleger und der Vereinigung der Schulbuchverlegcr hin. Zum Punkt Konkurrenz durch Beamtcnorganisationen betont Herr Röder, daß der Börsenvercin wiederholt Gelegenheit genommen hat, gegen den Handel von Beamten speziell in amtlichen Räumen Stellung zu nehmen. Herr Paul Nitschmann- Berlin verliest hierzu eine vom Vorstand vorbereitete Entschließung und führt dazu aus, daß das Reichsministerium des Innern einen Erlaß herausgegeben habe, wonach der Warcnhandel in behördlichen Räumen ver boten sei. Dieser Erlaß sei aber für den Buchhandel wertlos, weil Bücher von dem Verbot ausgenommen sind. Er bittet den Vertreter der Rcichsregierung, dafür zu sorgen, daß entsprechend dem Beispiel in Sachsen den Beamten jeglicher Warenhandel, insbesondere in behördlichen Räumen, verboten werde. Herr Otto Dabelow befürchtet, daß der Staat den Vertrieb von Büchern ohne Verdienst zulassen wird. Herr Röder sagt zu, daß auch dem entgegengetreten werden soll. Die Entschließung wird daraus einstimmig angenommen. Zum Punkt Buchgemeinschaft und ähnliche Unternehmungen legt Herr Albert Diedcrich- Drcsdcn die schweren Gefahren für den Buchhandel und für die Geschmacksverflachung des Lesepublikums dar. Er gibt hierzu die in der Hauptversammlung der Deutschen Buchhändlergilde angenommene, aus Anlage 4 ersichtliche Entschließung bekannt. Zum Punkt W e r b u n g unterstreicht Herr F r i tz S ch n a b e l - Prien die Notwendigkeit der Einzel- und Kollektiv- Werbung nach klaren Plänen, insbesondere sei Wert auf die Individualisierung der Werbung, auf gute Schaufensterroklame und Verwendung für nur gute Literatur zu legen. Er versucht, das Interesse für die Veranstaltung von Buchtagcn und Buch wochen zu erwecken, und verweist auf die vom Werbeausschuß hierfür aufgestellten Pläne. Im Anschluß an die Ausführungen des Herrn Schnabel macht Herr Röder auf die Wcrbestelle des Börsenvcreins und die von ihr veranstaltete Ausstellung aufmerksam. Die Weiterberatung des Geschäftsberichtes wird durch Vornahme der Wahl unterbrochen. Der Vorsitzende ver weist auf die vom Wahlausschuß aufgestellten Vorschläge, zu denen aus der Versammlung keine Gegenvorschläge gemacht werden. Nachdem sämtliche Stimmzettel abgegeben sind, schließt Herr Röder die Wahl. Es wird in der Beratung des Geschäfts berichts fortgefahrcn. Zum Punkt Urheber- und Verlagsrecht wendet sich Herr Bernhard H a r t m a n n - Elberfeld gegen die Bestrebungen des Musikalicnvcrlages, eine 50jährige Schutzfrist cinzuführcn, und warnt vor der Trennung zwischen Buchverlag und Musikvcrlag. Er bittet den Vorstand des Börscnvereins, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß der Musikalienverlag zusammen mit dem Buchvcrlag bei der 30jährigen Schutzfrist bleibt und sich nicht durch ausländische Einflußnahme beirren läßt. Herr Robert Lienau- Berlin unterstreicht die Unterschiede zwischen Musikverlag und Buchverlag und legt eingehend die Gründe des Musikalienverlags für sein Vorgehen dar. Herr Robert V o i g t l ä n d c r - Leipzig spricht sich in ausführlicher Begründung für die 30jährige Schutzfrist auo. Herr Hofrat Richard Linnemann- Leipzig schließt sich -namens des Vorstandes des Börscnvereins dom an und warnt im allgemeinen Interesse des Verlages vor jeglicher Veränderung der Urheberrechtsgesetzgebung.
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