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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.04.1921
- Strukturtyp
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- 1921-04-22
- Erscheinungsdatum
- 22.04.1921
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- Deutsch
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93. 22. April 1921. Redaktioneller Teil. Ein »Tnberkulosekongreß«, veranstaltet vom Deutschen Zentral komitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, sinder vom 19. bis ZI. Mai in Bad Elster statt. Im Anschluß daran ist eine gemeinsame Fahrt nach Dresden zur Besichtigung der neuen TuberkuloseauSstcllung des Deutschen Hygienemuseums (Bbl. Nr. 89) geplant. Teilnehmer am Kongreß kann jeder werden, der sich fiir die Tuberkulosebekämpfung interessiert und 25 Mark Einschreibegebühr zahlt. Am ersten Kongrcß- tag (Donnerstag, den 19. Mai) wird die Entstehung und Verbreitung der Tuberkulose behandelt. Der zweite Tag ist hauptsächlich der Kin- -ertuberkulose gewidmet: am dritten Tage steht die soziale Bekämpfung dcr Tuberkulose zur Besprechung. Mit dem Kongreß wird die Ab haltung der diesjährigen Generalversammlung und Ausschußsitzung verbunden sein. Das Ende eines Literaten-Cafös in Heidelberg. — Jtingst sBbl. Nr. 74) berichteten wir über das 25jährige Jubiläum des Münchener Litcraten-Cafes »Stefanie« (Cafe Größenwahn). Dies veranlasse eine Heidelberger Firma, das Börsenblatt auf ein Literaten-Cafe in der vielbesuchten Musenstadt Heidelberg aufmerksam zu machen, über dessen Schließung kürzlich Hermann Bagusche (Heidelberg) in der »Mann heimer Neuen Badischen Landeszeitung« wie folgt berichtete: In eini gen Wochen wird in Heidelberg das Cafe Haebcrlein geschlossen, ein Kaffeehaus, das sich auch bei einem großen Teil des Fremden publikums einer besonderen Beliebtheit erfreute. Wenn das »Haeber lein« (wie es gewöhnlich kurz genannt wurde) eines von jenen Kaffee häusern wäre, von denen zwölf Stück auf ein Dutzend gehen, weiß Gott, eS verlohnte sich nicht, über seinen Verlust auch nur ein Wort zu verlieren. Aber dieses Caf6, das auf die Zierate der neuzeitlichen Innenarchitektur bescheiden verzichtete und dennoch den Gast heimisch werden ließ, hatte Traditionen. Wer hat nicht alles hier in diesem Eaf6 gesessen?! Dichter, Künstler, Fürstlichkeiten, berühmte Gelehrte und allerlei Nomantiker des Lebens. Die Dichter Stefan George, Heinrich Mann, Otto Stoeßl, Rainer Maria Nilke, Klabund, Ehren- daum-Degele, Ernst W. Lotz, v. Bötticher, Herbert Eulenbcrg, Richard Dehmel, Earl Hauptmann, Hans Kyser, Walter Heymel, Alfred Mom- bert, die Literaten Alfred Kerr, Emil Ludwig, Kurt Hiller und Benno Nüttenauer, der Bildhauer Benno Elkan, der Maler Wilhelm Trüb- ner, der Radierer Dörr, die Schauspielerin Irene Triesch, dann Sieg fried Wagner, Max Neger, Max von Schillings, Georg Simmel, Kuno Fischer, der berühmte Bimsen, König Konstantin von Griechenland, die Kaiserin Elisabeth von Österreich, der Herzog von Anhalt. Prinz Da- nilo von Montenegro, der König von Siam, Wißmann. dcr einstige Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, die politischen Romantiker Levinä und Toller, die während der Münchener Nätezeit vorübergehend liber die Ncvolutionsbühne spukten und deren Abenteuer damit endete, daß Levinö erschossen und Toller eingesperrt wurde — sie alle waren Gäste im Caf6 Haeberlein. Dann auch der verstorbene Legationsrat Bu- miller, dieser letzte Romantiker-Student, einer der gcfürchtetsten Schläger auf dem Fechtbodcn, einer jener Menschen, um deren Leben sich ein ganzer Legendenkranz spinnt. Alle diese Menschen und noch viele andere, deren Namen dem Chronisten im Augenblick nicht ein- fallen, haben hier, »im Haeberlein«, an den Marmortischen gesessen und die eigenartig geistige Atmosphäre schaffen helfen, die diesem Caf6 das besondere Gepräge gab. Eine Liste wertvoller plattdeutscher Jugendlektüre beabsichtigt der Hamburger Jugendschriften-Ausschuß mit Unterstützung anderer Ju- gcndschriftcnausschüsse und der niederdeutschen Vereinigung »Quick born« herauszugeben. Die Liste wird auS den verschiedenen platt deutschen Landschaften alles Wertvolle enthalten. Nur das Allerbeste, was strengstem künstlerischen und erzieherischen Urteil standhält, soll in Betracht kommen, Bücher, die der Jngend Lebend- und Freude bücher sein können! Nicht möglichst viel, sondern restlos Gutes soll die Liste enthalten. Sie soll — vermutlich im Herbst dieses Jahres — zu nächst in der Jugendschriften-Warte und in den Mitteilungen deS Quickborn veröffentlicht werden. (Hamburger Nachrichten.) Keine Wiedereinführung der Sommerzeit. — Durch verschiedene Tageszeitungen ging vor einigen Wochen die Nachricht, daß beabsichtigt sei, in diesem Jahre wiederum die sogenannte Sommerzeit einzuführen. Wie vom Neichsminister des Innern mitgeteilt wird, entspricht diese Meldung nicht den Tatsachen. Mit Rücksicht auf die fast einstim mige Ablehnung, die der Gesetzentwurf über die Wiedereinfüh rung der sogenannten Sommerzeit für das Jahr 1919 in der verfas sunggebenden deutschen Nationalversammlung erfahren habe, beab sichtige er nicht, den gesetzgebenden Faktoren einen entsprechenden Ent wurf für 1921 vorzulegen. Das Erholungsheim für deutsche Buchhändler im Ostsecbad Ahl- »eck eröffnet in diesem Jahre am Mittwoch, den 12. Mai, seinen Be- trheb. (Siehe auch Bbl. Nr. 85.) Alle selbständigen Buchhändler und alle Angestellten des deutschen Buchhandels, ob männlich oder weiblich, soweit sie Mitglieder des Vereins »Erholungsheim fiir deutsche Buch händler E. V.« sind oder werden wollen, können ihren Urlaub in der Zeit zwischen dem 12. Mai und 39. September im Heim in Ahlbcck (Strandhotel) allein oder mit ihren Angehörigen verleben. Allen, die das Heim aufsuchcn wollen, vor allem den Unverheirateten ist dringend zu empfehlen, ihren Urlaub, wenn irgend angängig, schon im Mai oder Juni zu nehmen. Einmal sind bekanntlich die Preise in dcr sogenann ten Vorsaison im allgemeinen billiger, und dann herrscht auch nirgends, weder auf der Bahn noch im Heim oder den Badceinrichtung.cn eine so oft als unangenehm und lästig empfundene Uberfüllung: wer aber schon im Mai fahren kann, hat den Vorteil des noch billigeren Fahrgeld- und Gepäckpreiscs, und Angestellte haben durch die Pfingsttage einen etwas verlängerten Urlaub. Das Erholungsheim bietet, wie vor dem Kriege, wieder volle Ver pflegung, die gut bürgerlich und reichlich ist. Der Pensionspreis be trägt bis zum 29. Juni 29 für Mitglieder, die weniger bevorzugte Zimmer wünschen, 18 pro Tag. Für Kinder unter 12 Jahren sind 12 pro Vcrpflegnngstag zu zahlen; Kinder.unter drei Jahren können im Heim nicht ausgenommen werden. Nach dem 20. Juni tritt für die Hauptsaison ein erhöhter Pensionspreis in Kraft. Aufnahmebedingungen und Anmeldeformulare versendet auf An forderung der Schatzmeister des Vereins Herr Heinrich Heise, Berlin-Schöneberg, Stubenrauchstraße 7 (Rückporto beifügen). An die gleiche Adresse sind Anmeldungen zur Mitgliedschaft zu richten (Min- destbeitrag 0 ./i jährlich). Postscheckkonto des Vereins: Berlin 39 957. Die neuen deutschen Briefmarken, die demnächst zur Ausgabe kom men und die endlich auch dem Auslande gegenüber — die National- vcrsammlungsmarken waren ja nur für den Jnlandverkehr bestimmt — die Germaniamarkcn ablösen werden, sind sämtlich aus dem 1919 ausgeschriebenen Wettbewerb, dem beschränkten ebenso wie dem allge meinen, hervorgcgangen. Die Zahlcnmarken für die kleinen Werte, 5 bis 39 Pfg., stammen von Professor Willi Geiger-München, der dafür den ersten Preis des beschränkten Wettbewerbs erhalten hatte. Ver ändert ist gegen den Wcttbcwerbsentwurf nur. daß die Bezeichnung »Deutsches Reich« jetzt nicht mehr in schwarzer Antigna auf weißem Grunde steht, sondern weiß in einer eckigen deutschen Schrift auf dunk lem Grunde. Die Marken von 40 bis zu 90 Pfg. wurden nach Ent würfen eines anderen Münchner Künstlers, Paul Neu, ausgeführt, der dafür gleichfalls in dem beschränkten Wettbewerb ausgezeichnet worden war. Es sind darauf bildmäßige Darstellungen mit je 3 Figuren, die auf das Arbeitslcben des deutschen Volkes Bezug nehmen: Hauer im Bergwerk, Männer in der Schmiede, aus dem Felde. Für die Marken- wcrte von 1, 144, 2 und 4 Mark wurde der Entwurf deS Kölner Künst lers Willi Szeßtokat gewählt; in einer ovalen Umrahmung ein Post horn. Dagegen zeigen die höheren Markenwerte (5 nnd 10 Mark) das schon bisher eingeführte große Breitformat. Sie stammen von Her- mann Haas in München und sind rein ornamental behandelt. Szcß- tokat ebenso wie Haas waren bei dem allgemeinen Wettbewerb, aller dings nur mit einem vierten Preis, gekrönt worden. Ein eigenes Markenbild werden Postkarten nnd Kartenbriefe zeigen. Hierfür hat der Neichskunstwart einen von Walter Schnarrenberger-München ge schaffenen Entwurf ausführen lassen: in einer bogigcn Umrahmung, in einer Landschaft, über der die Sonne steht, ein kleiner Postillon des Weges trabend, das Horn am Munde, im Stile etwa eines alten Bil derbogens. Zollgrenze am Rhein. — Die von der Interalliierten Rheinland* kommission mit Wirkung vom 20. April an eingerichtete Zollgrenze am Rhein (Bbl. Nr. 90) verhindert die Neichspostvcrwaltung. Pakete zur Beförderung zwischen dem besetzten und unbesetzten Deutschland anzu nehmen, wenn sie nicht von einer Zollinhaltserklärung begleitet sind. Ferner wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die alliierte Zollverwaltung die Poslanstalten im besetzten Gebiet zwingt, im Ver kehr mit dem unbesetzten Deutschland die ankommenden und abgchcnden Pakete den von ihr errichteten Zollftellen zuzuführen. Man wird daher in der nächsten Zeit mit einer erheblichen Beeinträchtigung dieses Ver kehrs rechnen müssen. Die Krone Svinthilas geraubt. — Aus dem Museum Real Armeria in Madrid wurde dieser Tage die Krone des Westgotenkönigs Svinthila gestohlen, der ums Jahr 622 gegen die Gallier Krieg führte. Das wunderbare, mit Perlen und Saphiren verzierte Kleinod ist ein Meisterwerk gotischer Goldschmicdckunst. Wilhelm Kotzde hat es verherrlicht in seiner bei I. F. Cteinkopf Verlag in Stuttgart erschie- neuen Novelle »Die Krone Svinthilas«. (Fortsetzung der »Kleinen Mitteilungen« auf Seite 588.) 58!
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