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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.08.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-08-05
- Erscheinungsdatum
- 05.08.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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X; 180, 5. August 1918. Redaktioneller Teil. Ganz besonders erfreulich ist es, daß die meisten größer an gelegten und erfolgreichen Darstellungen des Weltkrieges in Stuttgart zur Veröffentlichung kamen und dadurch unserem Play zu erneuter Bedeutung und Anerkennung verhalfen. Das von der Stuttgarter Verlegervereinigung zu Weih nachten herausgegebene Verzeichnis Schwäbischer Bücher fand leider beim Sortiment nicht den Anklang und Absatz, den es verdient hätte. Wir möchten auch an dieser Stelle unsere Mitglieder auf dieses für unser Land recht wertvolle Ver- '.riebsmittel Hinweisen. In vielen Fällen konnten wir Gesuche von Mitgliedern um Rückstellung oder Beurlaubung vom Militär dienst unterstützen. Wir haben uns in dieser Frage auch mit der Handelskammer in Verbindung gesetzt, die solche Gesuche be- kannllich zur Nachprüfung erhält. Es wurde uns von dort weitestgehende Befürwortung unserer Gesuche zugesagt. Auf Wunsch mehrerer Mitglieder haben wir uns von der Steuerbehörde Unterlagen über die Grundsätze bei der Veranlagung zur Gewerbesteuer geben lassen. In einem Rund schreiben haben wir das Resultat unserer Besprechung den Mit gliedern zur Kenntnis gebracht. Einer an uns ergangenen Anregung, Bibliotheken verschiedenen Umfangs, ausschließlich Werke schwäbi scher Autoren enthaltend, zusammenzustellen, werden wir Folge leisten. Diese Bibliotheken sollen von Gönnern und Großindu striellen, Vereinen, Städten und Fabriken als Grundstock für entsprechende Büchersammlungen gestiftet werden. Wir werden dabei die Interessen unserer Mitglieder nach Kräften wahren. Mit dem Verein gegen den Mißbrauch geisti ger Getränke haben wir uns auf dessen Veranlassung hin in Verbindung gesetzt und erreicht, daß die Werbeschriften dieses Vereins in Zukunft nicht mehr direkt vom Verein aus, sondern durch Vermittlung des Sortiments Vertrieben werden. Der Verein sagt uns hierfür zu, die Errichtung von eigenen Ver kaufsstellen, die er geplant hat, unterlassen zu wollen. Die Zahl der schriftlichen Eingänge war gegenüber den Vorjahren ganz erheblich, wie dies bei den den Buchhandel so rege beschäftigenden Fragen nicht anders sein konnte. In 14 Vorstandssitzungen und 3 Mitgliederversammlungen wurde die angefallene Arbeit bewältigt; die Mitglieder wurden durch ver schiedene Rundschreiben von den Vorgängen im Veretnsleben in Kenntnis gesetzt. Wenn der Vorstand den Wunsch und die Hoffnung ausspricht, daß das nächste Jahr etwas weniger An forderungen an ihn stellen werde, so glaubt er nichts Unbilliges zu verlangen. Er wird aber nach wie vor bestrebt sein, allen an ihn herantretenden Ausgaben gerecht zu werden. Dieses rege Vereinsleben hat uns auch veranlaßt, die Ge legenheit zu ergreifen, für den Verein eigene Räumlich keit e n zu schaffen, damit wir nicht bei den Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen auf den Besuch von Wirtschasts- lokalen angewiesen sind. Ein Teil der im Graf Eberhardsbau freiwerdenden, bisher vom Kaufmännischen Verein belegten Räumlichkeiten bot eine günstige Gelegenheit, in zentraler Lage die nötigen Unterkunftsräume zu finden, und da wir an buch gewerbliche Vereine einen Teil der Räume weitervermieten konnten, so wird unsere Kasse nicht allzu sehr durch die Neuerung belastet. Die Räume werden am 1. Oktober von uns bezogen, und wir hoffen, die nächste Mitgliederversammlung in ihnen abhalten zu können. Damit schließt unser Geschäftsbericht. Schwere Zeiten stehen uns bevor. Ein Ende des Ringens ist nicht abzusehen, und so bleibt dem einzelnen wie der Gesamtheit nichts übrig, als unter Aufbietung der äußersten Kräfte den an sie herantretenden Forderungen gerecht zu werden und in dem Wirrsal des Krie ges für spätere Friedenszeiten sich so gut als möglich zu rüsten. Aussichten für den deutschen Buchhandel in Rumänien. Der Frieden von Bukarest ist geschlossen und harrt nur noch der Ratifizierung. Die ausschweifenden nationalen Träume der rumänischen Überpatrioten sind ausgeträumt und den harten Notwendigkeiten einer nüchternen Wirklichkeit gewichen. Die Wege der neuen Politik führen wieder zu den Mittelmächten, mit denen Rumänien von jeher wirtschaftlich eng verbunden war. Politik und Wirtschaft, die niemals durch Leidenschaft regiert werden sollten, werden wieder von realen Faktoren be stimmt. Anders liegen die Dinge auf geistigem Gebiete. Ein Volk wenn auch weniger romanischer Rassen- als Sprachen zugehörigkeit, aber doch immerhin romanischen Denkens und Fühlens wird nur schwer das volle Verständnis für die Vor züge germanischen Wesens und germanischer geistiger Aus« drucksformen gewinnen. Nicht zum wenigsten mögen an dieser Schranke alle jene Einflüsse gescheitert sein, die im Laufe der Jahrhunderte vom deutschen Westen kamen und hier und da in Sprachdenkmälern und anderen Überbleibseln noch im Lande ge sunden werden. Demgegenüber hat von jeher der Glanz fran zösischer Kultur und französischen Geisteslebens den Rumänen geblendet und in ihm eins fast unausrottbare Vorliebe für alles Französische erzeugt. Mit dieser Stimmung, die durch den Krieg und die vorübergehende Besetzung des Landes nur geringe Ver änderung erlitten haben dürfte, müssen wir rechnen, wenn wir die künftige Anteilnahme des Rumänen am deutschen Geistes leben und damit am deutschen Buche beurteilen wollen. Wird demnach der Rumäne, auch der gebildete, nur schwer für das Wesen der deutschen Literatur zu gewinnen sein, so muß der deutsche Buchhandel künftig doch in viel stärkerem Matze sein Augenmerk auf Rumänien richten, als er es bisher getan hat. Weniger zunächst der Rumänen wegen, mit denen er nur in bescheidenem Matze (vorzugsweise auf wissenschaftlichem und technischem Gebiete) als Abnehmer rechnen kann, als der vielen Deutschen halber, die im Lande leben und die nach dem Kriege noch ins Land kommen werden. In der Hauptstadt Bukarest, die, nebenbei bemerkt, über die größte deutsche Auslandsschule verfügt, bestand von jeher eine große deutsche Kolonie. Außer dem findet sich das deutsche Element noch überall im Lande ver streut. Selbst in kleinen Orten wohnen Leute, die Deutsch spre chen und Deutsch verstehen, sodaß der deutsche Reisende fast überall mit seiner Muttersprache auskommt. Im besetzten Ge biete, also bis weit hinein in die westliche Moldau, haben in zwischen die deutschen Truppen für weitere Verbreitung der deutschen Sprache gesorgt. Daß dadurch der künftige Verkehr mit den Laudcsbcwohnern eine wesentliche Erleichterung er fahren wird, steht autzer allem Zweifel. Aber von diesem Verkehr bis zum tieferen geistigen Verständnis ist trotz der großen Intelligenz und leichten Auffassungsgabe des Rumänen ein weiter Weg, so sehr auch im allgemeinen die Sprache als erster Vermittler dafür in Frage kommt. Die nächste Ausgabe weist nach der angedeuteten Richtung. Dabei ist zu beachten, datz die Deutschen, die sich bisher im Lande aufgehalten haben, lediglich, soweit überhaupt ein Bindeglied zwischen ihnen be stand, durch Schule und Kirche zusammengehalten wurden. So zweckmäßig dieses Band in mancher Beziehung erscheinen mag, so mußte es sich doch dann als zu schwach erweisen, wenn es galt, die Grundlagen zur Pflege umfassender gemeinschaftlicher nationaler und geistiger Interessen zu schaffen. Das Deutsch tum in Rumänien glich in vieler Beziehung dem in den Ver einigten Staaten von Amerika, wo es ebenfalls bis heute noch nicht den Weg zu einer gewissen geistigen und politischen Zen- tralisaiion finden konnie. In Rumänien sind ja jetzt Bestrebun gen im Gange, um einen solchen Zusammenschluß zu erreichen und namentlich auch die deutschen Landgemeinden in dem für Rumänien wiedergswonnenen Bessarabien für den Gedanken zu gewinnen. Wir können nur wünschen, datz die Bemühungen der Leute, die diese Notwendigkeit klar erkannt haben, in der Heimat volle Beachtung und womöglich praktische Unterstützung finden. Von ihrem Gelingen hängt unendlich viel ab für die deutschen Interessen in Rumänien. Wie aus Zeitungen und Büchern genugsam bekannt, haben wir es mit einem Lande zu tun, dessen Erzeugung?- und Aufnahmefähigkeit auf einer Reihe für uns sehr wichtiger Wirtschaftsgebiete außerordentlich stcige- rungssähig ist, heute sogar steigcrungsbedürftig, weil es gilt, die schweren Wunden, die der Krieg dem Lande geschlagen, zu heilen und das Staatswesen auf neuer, solider Grundlage wie der aufzurichten. Für Ingenieure, Techniker, Kaufleute, Ge- 475
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