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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 230. 20. Oktober 1Sl9. Verbotene Bücher und Druckschriften. — Im Interesse der öffent-, lichen Sicherheit ist auf Grund des § 9 k des Gesetzes über den Be-! lagerungszustanö vom 4. Juni 1851 bis ans weiteres der Truck und j der Vertrieb von »Deutschland«, Wochenschrift für politische Sa tire und proletarische Kultur, Sozialpolitischer Verlag von W. Scha- nowske, Berlin-Moabit, Golskowskystraße 24, im Landespolizeibezirk Berlin, Stadtkreis Spandau und in den Landkreisen Teltow und Nieöerbarnim verboten worden. Personalna-ritzlen. 80. Geburtstag. — Am 18. Oktober vollendete Joukhcer I. H. Schorer zu Laren, Nord-Holland, sein 80. Lebensjahr. Schorer Ist der Gründer der in den achtziger Jahren weitverbreiteten illustrier ten Zeitschrift »Schorers Familienblatt« und der Wochenschrift »Das Echo«, Organ der Deutschen im Ausland. Beide Unternehmungen haben Schorers Namen in weiteste» Kreisen rühmlich bekannt gemacht. Ein feines Verständnis für illustrative Kunst und vornehme Unter haltungsliteratur zeichneten seine Arbeit aus. Auf beiden Gebieten wirkte er vorbildlich und anregend. Viele Künstler, die heute berühm teste Namen tragen, wie Matz Liebermann, Ludwig Manzcl, Arthur Kampfs, Ludwig Dettmann, Karl Storch, Franz Skarbina und andere, waren seine ständigen und bevorzugten künstlerischen Mitarbeiter, die ihm in dem Bestreben halfen, dem Geschmack jener Zeit höhere und modernere Wege zu weisen. Der Kreis seiner literarischen Mitarbei ter wird durch Namen wie Johannes Trojan, Julius Stindc, Hein rich Seidel, Hans Herrig, Max Gnbe, Ernst von Wildenbrnch n. a. ge kennzeichnet. Schorer hat diesen seinen Bestrebungen in selbstloser Weise ein sehr großes Vermögen geopfert. Er war seiner Zeit weit voraus und konnte darum nur in einem damals noch nicht eben großen Kreise volles Verständnis für sein Wirken finden. Wir haben auch aus anderen Gründen Ursache, dieses trefflichen holländischen Edel mannes dankbar zu gedenken. Das von Schorer heransgegebcne Selbst- schriften-Album »In Sturm und Not« diente mit recht ansehnlichen Reingewinnen der Gesellschaft für Rettung Schiffbrüchiger, ein zwei tes ähnliches Sammelbuch in gleicher Weise der Sache der Ferien kolonien. M. Ernennung znm Generalsekretär. — Herr l)r. Mr. ot pkril. Hugo R. Fleisch mann, Werbeleiter der Univcrsal-Edition A.-G., Wien- Leipzig, ist znm Generalsekretär des ncngegriindeten, unter dem Ehren präsidium von Minister a. D. l)r. Viktor Mataja stehenden Neklame- Jnteressentcn-Vcrbandcs (N.J.V.) in Wien ernannt worden. Wilhelm von Siemens r. Der Großindustrielle Geheimer Nc- giernngsrat Dr.-Jng. und vr. pliil. Ii. e. Wilhelm v. Siemens, Vor sitzender des Aufsichtsrats der Siemens L Hasste A.-G. und der Siemens-Schuckertwerke G. m. b. H., ist am 14. Oktober in Arosa (Schweiz), 04 Jahre alt, gestorben. Wilhelm v. Siemens war nicht nur ein weitsrhanender und für das Allgemeine wirkender Unter nehmer, sondern auch ein bedeutender Gelehrter und Techniker. Die Berliner Hoch- und Untergrundbahn ist eines seiner Werke, und ebenso sind ihm der im Ncichspostbctriebe angcwcndete Siemcnssche Schnei l- telcgraph und die erste brauchbare Metallsadenlampe ldie Tantallampe) zu danken Schriftstellerisch hat sich Wilhelm v. Siemens in elektro technischen Fachzeitschriften auf dem Gebiete des gewerblichen Rechts schutzes nsw. betätigt. ^ SpreWal. ^ Auslandzrrschliige. (Vgl. zuletzt Nr. 228.) Trotz der Bedenken und Einsprachen angesehener Kollegen und Vereine mehren sich leider die Auslandzuschläge seitens der Verleger. Wir wollen die schon oft vorgebrachten triftigen Gründe, die gegen die Auslandzuschläge sprechen, an dieser Stelle nicht wiederholen, sondern geben einem Hamburger Export-Kaufmann das Wort, der in der »Neuen Hamburgischen Börsenhallc« vom 18. Oktober folgendermaßen schreibt: ». . . Tie von der Regierung und von dem größten Teil der In dustrie verfolgte, unbegreiflicherwcise von manchen Handclskreisen unterstützte Politik, für Verkäufe nach dem Auslände Mindestpreise vorzuschreiben, damit nur ja nicht deutsche Waren den ausländischen Verbrauchern zu billig geliefert werden, soll natürlich in erster Linie bezwecken, einen möglichst hohen Betrag an deutschen Guthaben im Auslande zu schaffen. Ob dieses Ziel nicht ebenso leicht und sogar schneller erreicht wird, wenn cs den deutschen Fabrikanten und Expor teuren überlassen bleibt, zu Preisen zu verkaufen, die den tatsächlichen Gestehungskosten entsprechen und den ihnen erforderlich erscheinen den Nutzen enthalten, die aber infolge ihrer Niedrigkeit die ausländi schen Importeure in ganz anderer Weise zu Bestellungen veranlassen, als solches bei dem bestehenden, vielfach künstlich hinaufgeschraubten und umständlichen Preissystem der Fall ist, ist mindestens ein« offene Frage! Es ist heute ganz gewiß viel richtiger, große Mengen zu ex portieren, wodurch eine entsprechend größere Anzahl von Arbeiter» Beschäftigung findet, als die Produktion und den Absatz durch Preis vorschriften zu behindern und Erwerbslosenunterstützung auszuzahlcn. Jedem Unbefangenen wird klar sein, daß das heutige deutsche Exportgeschäft für überseeische Häuser nichts anderes ist, als eine Spe kulation in deutscher Valuta, gedeckt durch Waren. Wenn also Deutsch land auskömmliche Preise erhält, gleichgültig, ob dieselben etwas höher oder niedriger sind, so muß es zufrieden sein. Der Steigerung des Exports folgt, sofern nicht politische Gegengründe wirken, automatisch die Steigerung der Valuta. Daher müssen wir in erster Linie viel exportieren, um die Valuta zu heben und um unsere Arbeiter zu be schäftigen. Die Preise werden sich sehr bald von selbst regeln, und da für, daß nieder der Exporteur noch der Fabrikant übermäßig viel ver dient, sorgt schon die Konkurrenz . . .« Hanseat. In den Spalten des Börsenblattes bildet die Frage der seitens mehrerer Verleger geplanten Auslandzuschlägc den Gegenstand leb hafter Erörterungen. Es sei mir gestattet, zu dieser hochwichtigen Frage vom. Standpunkt des Buchhandels in Ungarn, welches Land unter den nichtdcutschen Ländern vielleicht den größten Absatz an deut scher Literatur aufwcist, einige Bemerkungen zu macheu. In drm betreffenden Anzeigen wird überall erwähnt, daß dieser Auslanözu- schlag für die Staaten Deutsch-Österreichs nicht bestehe, nirgends ist jedoch der Standpunkt gekennzeichnet, den die betreffenden Verleger Ungarn gegenüber cinzunehmen gedenken. Da der regelmäßige Ver kehr mit Deutschland noch immer ruht, sind die ungarländischen Buch händler in voller Ungewißheit darüber, ob dieser Auslandzuschlag auch den ungarischen Firmen gegenüber geplant ist oder nicht. — Bejahen den Falles wäre dies ein himmelschreiendes Unrecht, und die Ver wirklichung dieses Gedankens würde auch die deutschen Verleger schwer schädigen. Die ungarisch« Krone steht nämlich noch bedeutend schlechter als die Reichsmark. Während aber diese in letzter Zeit eine stete Bes serung aufweist, kann dies von der Krone nicht behauptet werden. Die ungarischen Buchhändler müssen dem Publikum die Mark mit 4 Kronen berechnen, mährend der Preis der Mark im Schleichhandel ca. 410—420 beträgt. Derzeit sind Mark nämlich nur im Schleichhandel zu haben, die Überweisung der auf solchem Wege augeschafftcu Valuta nach Deutschland ist aber auch jetzt noch geradezu ausgeschlossen. Somit fällt die allgemein angeweudete Begründung des Auslandzuschlagcs: der schlechte Kurs der Mark im Auslände, in bezug auf Ungarn weg. Wenn aber die ungarländischen Buchhändler zum Preise deutscher Bücher noch den Auslandzuschlag von 50—100°/» hinzurechnen müßten, so dürfte sich wohl kaum ein Käufer finden, der für ein nicht unbedingt unentbehrliches Buch, das z. B. 10 ./( Ladenpreis kostet, und dessen Kroncnprcis vor dem Kriege, die Mark zu Kr. 1.20 gerechnet, 12 Kr. war, — jetzt 60, bzw. 80 Kronen zu vezahlen geneigt wäre. Mögen die deutschen Verleger es nicht vergessen, daß nicht jedes Werk ihres Verlags unentbehrlich und unersetzlich ist, besonders in Ungarn, wo die Angehörigen der. gebildeten Klasse außer der deutschen Sprache fast ohne Ausnahme auch der französischen, englischen und italienischen mächtig sind. Theodo r N o s <> d a , Kommerzienrat, Inhaber der Firma Friedrich Kilians Nachf., ung. Univ.-Bnchhandlg. Bersendun>s»»rschriften augebenr Tie verteuerten Fracht- und Kommissionsspesen machen eine be sondere Behandlung der Bestellungen sowohl von seiten des Sorti menters wie des Verlegers nötig. Leider werden vom Auslieferungs personal die Bcstellangaben, ob für Fracht- oder Eilgut, in den wenig sten Fällen beachtet, und die meisten Sortimenter erhalten unnötiger weise viel Frachtbcischlüsse mit dem Eilballen, weil dem Kommissionär die nötigen Angaben fehlen. Das ist besonders für alle weitab von Leipzig wohnenden Sortimenter sehr unangenehm, und es wäre wün schenswert, wenn die Verlagsgeschäfte ihre Auslieferuugsstellen an weisen würden, daß die Bersendungsangabcu der Bestellung auch auf den Rechnungen deutlich vermerkt werden. Dadurch erspart man den Sortimentern Kosten und erleichtert den Kommissionären ihre Arbeit.
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