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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.10.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-10-16
- Erscheinungsdatum
- 16.10.1908
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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H 242. 16 Oktober 1908. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. 11423 V. I'r^cis io Lopsulia^sii. 1so86v, 3. Napoleons kelttox 1813. 8°. 10 Lr. b) Norwegische Literatur. H. ^.oolislioux in Lriotiania. 8kar6, LI., Va-art s^LelsIiv. 8^. 2 Lr. 60 ö. 3^. Oappslsn in vdristianis.. ^brabawssv, kA^üralsrons bustru. LlLwinon — ^a3örlö8 genrik. 8°. 2 Lr. 25 ö. c) Schwedische Literatur. ^.Imlivist L ^ilrssll in Upsala. ^IwguiLt, 3., 8v?rS6 ocb k^glauä 1595 —1611. 80. 3 ^r. ^OZo.^'g Lr'.^ ^Sl-Lisvtvie elun^sn ^ 0 6 öp p 8v6rixe8 LLnäsIgknIonclsr. ^.rx. 30 (1908). 8°. 12 8r. I'ritLs'sods 8okbL. in LtooLtioliii. liwdsrx, 68t., populär weteorolozi. 8". 5 Lr. 50 ö. S. Ssdsr in Stooktiolm. 8te§sv, 68t. k'., 8oeig.la 8tu6isr. 8^. 2 Lr. 50 ö. Aus der Geschichte der Berliner Buchbinder-Innung. Als der erste Berliner Buchbinder wird ein gewisser Hennig urkundlich nachgewiesen, von dem berichtet wird, daß er als Burgergeld 30 Groschen und ein Buch im Werte von einem Gulden um das Jahr 1518 erlegt hat. Die Berliner Buchbinder in ihrer Gesamtheit werden erst 1594 in einem Privilegium des Kurfürsten Johann Georg er wähnt, mit dem ein Zwist zwischen ihnen und einem Buch händler beigelegt wurde. Dieser Zwist war es, der den Berliner Buchbindern und denen von Kölln Veranlassung gab, sich durch Errichtung einer Innung fester aneinander zu sch ießen. Das geschah im Jahre 159s. Die Meister waren dadurch eine vom Magistrat bestätigte Körperschaft geworden, die geschlossen gegen die »Störer- in ihrem Berufs- und Erwerbsleben Vorgehen konnte und dazu alsbald die Gelegenheit wahrnahm. Diese »Störer» waren fremde »unbcsessene« Leute, »die mit Büchern undt Brieffen, außer halb den Jarmärkienn herumblaufen undt in Len Heusern Husiren und diesenn armen Bürgern (damit sind die Buch binder gemeint), welche des Landes Bürde tragen, Ihr Brodt auß dem Maull nehmen«, wie es in den kurfürstlichen Schutzbriefeu für die Buchbinderinnung heißt. Aber auch innerhalb der Innung entstanden oft Streitigkeiten über die Auslegung der im Jnnungsstatut festgesetzten »Handwerks artikel«. Als Störer galten in dieser Zeit vornehmlich die Krämer, Bandwirker und Kupferstecher. Gegen sie mußten die Buchbinder häufig ihr Bllcheroerkaufsrecht verteidigen. Später entstand ihnen neue Konkurrenz in den Postboten, denen jedoch auf Beschwerde beim kurfürstlichen Postmeister bald der Bücherverkauf untersagt wurde. Der Große Kursürst war von seinem Regierungsan tritt an bestrebt, die Zünfte und Gilden dem Geiste des modernen Staates anzupassen. Er ließ sich alle Zunst- artikel und Handwerksordnungen zur Bestätigung vorlegen. Auch die Berliner Buchbinder-Innung zeigte sich in ihren Bestimmungen verbesserungsbedürftig, da sie sür die Aus bildung eines tüchtigen Meisterstandes nicht mehr die genügenden Garantien bot. Die von der Innung neu ausgearbeiteten Artikel wurden vom Kurfürsten bestätigt. Dieser legte auf einen schönen Einband seiner Bllcherschätze großen Wert und wollte seine Bibliothek zu einer der schönsten machen. Alle seine Bücher sollten gleichMßig in rot Kalbleder gebunden und jeder einzelne besonders verziert sein. Als der Große Kurfürst starb, gab es in Kölln und den benachbarten Städten Berlin, Friedrichswerder, Dorotheen stadt 15 Buchbindermeister. Da ihr Nebenerwerb, der Buch handel, durch die berufsmäßigen Buchhändler immer mehr und mehr eingeschränkt wurde, so wandten sie sich an den neuen Kurfürsten mit der Bitte, die Innung aus sechs Jahre zu schließen, d. h. neue Meister während dieser Zeit nicht zu- zulafsen, um aus solche Weise der Gesahr vorzubeugen, daß eine Übersüllung des Handwerks die Erwerbsmöglichkeit einzelner Meister beschränke oder gar ihre Verarmung he beiführe. Zu jener Zeit gab es auch einige Hofbuchbinder, von denen der eine namens Kalle folgenden schönen Titel führte: »Kammergerichts-, Hof- und Amtskammer-, Geheimer Lehns und Kriegskanzlei-, auch General-Kriegskommissariats- und Jagdkanzlei-Buchbinder«. Dieser Titel scheint den Stolz des Besitzers und den Neid der übrigen Meister erweckt zu haben, denn letztere beschwerten sich beim Kurfürsten über das »an maßende Benehmen sothanes Herrn Kalle und seiner Frau». Der Verkauf der Bücher durch die privilegierten Buch händler wurde erst nach und nach allgemeiner Brauch, in den sich die Meister schweren Herzens fügten. Im revidierten Jnnungsstatut (169?) wurde die durch Kammergerichtsurteil erzwungene Bestimmung festgelegt, daß -die Gesellen die Vorschriften zu respektieren und sich des Fressens und Sausfens zu enthalten hätten, auch den Meistern den gebührenden Respekt bezeugen» sollten. Um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert befand sich die Innung in schwierigen Verhältnissen. Zwar hob sich das literarische Leben bald nach der Krönung des Kurfürsten zum König von Preußen, aber auch die Konkurrenz der »Fuscher» steigerte sich. Die Meister wandten sich deshalb an den König, schilderten ihre Lage, die besonders durch die sich häufenden Auktionen schon gebundener alter Bücher ge schaffen wurde, und trugen den Wunsch vor, daß die »Fuscher» zum Militär eingezogcn werden sollten. Der König ging auf diese Bitte ein und befahl dem Magistrat, die Buch binder »bei ihrem Privilegio gegen alle Eingriffe zu schützen und die eontr^vevienten zu verwarnen, daß, salls sie ferner betreten würden, sie unter die Militz gegeben werden sollten». Eine weitere Konkurrenz entstand den Buchbindern durch die Geistlichkeit, die namentlich aus dem Verkauf der religiösen Bücher sich ein Gewerbe machte. Die Einrichtung vieler neuer Truppenteile führte einen großen Mangel an Handwerks gesellen herbei, zumal die wandernden Gesellen die preußischen Lande ängstlich mieden, um nicht angeworben zu werden. Auf die Klagen der Innungen erklärte der König schließlich die Gesellen vom Militärdienste frei) bei besonders stattlichen Leuten wurden aber Ausnahmen gemacht. Nun kamen nur ganz kleine, unansehnliche Gesellen nack Berlin, und das Gewerk beschwerte sich wieder. 1729 gab es in Berlin 19 Buchbindermeifter mit 22 Gesellen und I? Lehr lingen. In dieser Zeit finden sich in den Rechnungsauf stellungen der Innungen beträchtliche Ausgaben sür Ankauf von Schwarzwild verzeichnet. Offenbar kauften die Meister das Wild an, um sich Felle zubereiten zu lassen. Gelegen heit, billig Wildschweine zu erwerben, war reichlich vorhanden, da der König die Berliner Judenschaft zwang, ihm seine Jagdbeute abzukausen, ja sogar Widerspenstigen diese Tiere vor das Haus legen ließ. Aus einer Festschrift der Buchbinderinnung, vom Hof- buchbindermeister Paul Richter versaßt, der wir in der Haupt- 1490'
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