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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.11.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-11-06
- Erscheinungsdatum
- 06.11.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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Börsenblatt j. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 9063 an Ausspielungen vorzubeugen. Wenn das Urteil des Reichs-1 gerichts, Entscheidung XVII379, von Spiel spreche, so geschehe dies nur, weil Spiele die gewöhnliche Form der Ausspielungen bilden, es sügt jedoch bei, daß hierunter eine Veranstaltung irgend einer Art zu verstehen sei, die die Entscheidung wesentlich vom Zufall abhängig mache. Es kann also der Begriff der Aus spielung nicht verneint werden, weil kein Spiel, sondern eine wirtschaftliche Thätigkeit vorliege, abgesehen davon, ob der letztere Begriff mit Recht angewendet sei. Dadurch, daß der an der Aus spielung sich Beteiligende eine Thätigkeit zu leisten habe, die einen gewissen wirtschaftlichen Wert besitze, werde der Begriff der Aus spielung nicht ausgeschlossen. Es komme vielmehr darauf an, ob jene Thätigkeit ausschlaggebend sei, nicht der Zufall, oder ob zwar die Thätigkeit auf die Entscheidung einwirke, der Ausfall aber dennoch cin^zufälliger sei. ^ weil der zweite Teil des Risikos unberechenbar sei; insbesondere könne der erste Abnehmer eines Anteilscheines nicht berechnen, ob seine Couponabnehmer Erfolg hätten, da dieser von seiner Thätgkeit ganz unabhängig sei. Das angefochtene Urteil gebe selbst zu, daß die wirtschaftliche Thätigkeit des Couponkäufers niiht genüge, sondern es müsse der unberechenbare Entschluß der Entscheidungen vom eigenen Thun unabhängige Momente Mit wirken, schließe dies nicht aus. Oft sei doch die Kausalität be rechenbar, wenn auch eine Störung derselben möglich. Der ge wöhnliche Verlauf im praktischen Leben falle bei jeder Veranstal tung allein ins Gewicht. Beim Hydrasystem dürfe aber nicht bloß das erste Stadium berücksichtigt werden, sondern auch der spätere Verlauf, da der Absatz der Coupons und Anteilscheine immer problematischer werde. Daß Angeklagter es hierzu nicht kommen ließ, mache keinen Unterschied. Das angefochtene Urteil erkläre den Couponkäufer als Agenten des Unternehmers. Dies treffe aber nur die äußere Form. Der Kern der Sache liege darin, daß das Publikum durch den an scheinend leichten Gewinn verlockt werde, Risiko zu übernehmen. Das Hydrasystem wende sich an jedermann ohne Unterschied des Berufs, wobei die Erkenntnis der Kausalität fehle und die Agententhätigkeit außer dem Berufe liege. Es garantiere den sei die Lust am Wagen und die Sucht nach Gewinn. Auch die regelmäßig gestellte Bedingung einer gewissen Frist für Erwerb der Anteilscheine erhöhe die Zufälligkeit der Entscheidung (Urt. II. 2374/1901 v. 11. Oktober 1901.) Am 15. Oktober d. I. entschied der IV. Senat in gleichem Sinne, so daß drei der Strafsenate übereinstimmen. (Dtsche. Juristenztg., Berlin, Otto Liebmann, VI, 21 sl/Xl. Olj, mitgeteilt von Ur. M. Stenglein, R.-G.-R. a/D.) Ein neuer Rembrandt. — Der Rembrandtforscher Hofsteede van Groot hat im Schloß zu Compisgne in einem alten, durch Staub und Schmutz entstellten Bild ein Werk Rem- brandts entdeckt, das den späten Jahren des Meisters angehört. Es behandelt dasselbe Motiv, das Rembrandt bereits in seinen -Pilgern von Emmaus- verwendet hatte. Die Nachforschungen des Direktors des Louvre-Museums, Herrn Kaempen, haben die Richtigkeit der Entdeckung van Groots ergeben, und das Bild ist nunmehr nach erfolgter Reinigung den Sammlungen des Louvre zu Paris einverleibt worden. In Oesterreich verboten. — Das k. k. Landes- als Preß- gericht in Laibach hat mit dem Erkenntnisse vom 28. Oktober 1901, Pr. VII33/1/2, die Weiterverbreitung der nichtperiodischen Druckschrift: -Das VI. Gebot. Eine Fackel der Wahrheit ange zündet von August Gottdank, IV. erweiterte Auflage. München 1901, Schacher! L Mütterlein, Verlag, nach Z 303 des Strafgesetzes und A 24 des Preßgesetze verboten. Kunstausstellung. — Del Vecchios Ausstellung für Kunst aller Art und Zeit in Leipzig eröffnet soeben seine November- Dezember-Ausstellung mit einer Reihe farbiger Künstler - Stein zeichnungen des -Künstlerischen Wandschmucks für Schule und Haus« (Verlag von B. G. Teubner und R. Voigtländer). Ferner sind hervorragende Werke folgender Künstler neu zur Ausstellung ge langt: Professor Friedrich Preller, Paul Koken, Ernst Vollbehr, Jos. Rummelspacher, H. Schlittgen, Prof. G. Koch, Frau Professor M. Hormuth - Kallmorgen, Horst-Hacher, M. B. Sturmhöfel, F. Münsterfeld, B. Lambert, V. A. Predil, L. Steiner, L. Friedeck, kross. Hier ist die Bibel seit länger als dreihundert Jahren ge druckt worden, sie kann in 150 Sprachen und Dialekten gedruckt werden, und jährlich werden für diesen Zweck allein über 600 Tons Papier gebraucht. Aufträge auf 100 000 Bibeln sind ganz ge wöhnlich, und der Vorrat gedruckter und gefalzter Druckbogen ist gewöhnlich so groß, daß ein Auftrag auf 500 000 Exemplare schleunigst ausgcführt werden könnte. Im Durchschnitt werden 30 bis 40 Bibeln in der Minute hergestellt, und diese Zahl könnte noch leicht vermehrt werden. -Es giebt nicht weniger als 110 Ausgaben der Oxford-Bibeln im Englischen, von der prächtigen Folioausgabe für die Kirchen pulte bis zu der Brillantbibel, die -die kleinste Bibel der Welt- fft, und von diesen gehören vierzehn der -revidierten- Ausgabe an. lieber mehr als eine Million Exemplare des revidierten Neuen Testaments wurden vor der Veröffentlichung im Mai 1881 bestellt, und die Arbeiter der Oxkorck kross erwiesen sich auch gegen Anerbietungen von 40 000 ^ bis 100 000 die amerikanische Agenten für die Auslieferung eines Exemplars vor dem Tage des Erscheinens bezahlen wollten, unzugänglich. In der Bibel produktion behauptet sich die Oxkorck kross siegreich in der neuen Welt gegen die heftige Konkurrenz amerikanischer Drucker und Verleger. -Bei dem Festmahl, das zu Ehren der Vierhundertjahrfeicr der durch William Caxton bewirkten Einführung der Druckkunst in England gegeben wurde, sagte Gladstone: -Ich halte in meiner Hand einen Band, auf den seine Augen zu richten, ich jeden bitte, weil ich denke, er kann der höchste Grad und die Vollendung dieser Kunst genannt werden. Seit die Uhr in der vorigen Nacht zwölf schlug, haben die Leute an der Onvivsrsitz: kross, Oxkorck, diese Bibel gedruckt und uns geschickt — sie haben mehrere Exemplare geschickt, von denen eins dem Kaiser von Brasilien überreicht werden wird.« Die von Gladstone hochgehaltene Bibel war in Oxford gedruckt, in London gebunden und in den Gebäuden der South Kensington-Ausstellung abgeliefert worden, und dies buchstäblich in zwölf aufeinander folgenden Stunden. Das Ereignis erregte Aufsehen. Exemplare der -Caxton.-Bibel sind schon selten, wenn nicht unerreichbar. Das so schleunig vollendete Werk umfaßte natürlich nur die Druck arbeit (von schon vorhandenem Satz) und das Binden, aber auch dann noch umfaßte es eine sehr große Zahl Formen, die gebraucht, und Bogen, die gefalzt, zusammengetragen und kollationiert werden mußten. -Die Herstellung des von der Oxkorck Univorsitz: kross für viele ihrer Bibeln gebrauchten -Jndia.-Papiers ist natürlich ein wert volles Geschäftsgeheimnis. Obgleich es viele Nachahmungen davon giebt, ist bis jetzt nichts auf den Markt gebracht worden, was ihm in Undurchsichtigkeit, Stärke und Dauerhaftigkeit gleicht. Dieses Papier wird in den Wolvercote-Papiermühlen, den ältesten des Königreichs, hergestellt, die in der letzten Zeit gänzlich umgc- Foliobibel für den Gebrauch der Kirche mißt 19 Zoll zu 12 Zoll; in dieser ist bis jetzt kein Druckfehler entdeckt worden. Sie ver öffentlicht auch die ,Brillant-Textbibel., die kleinste je hergestellte, die 3b/< zu 2ff, zu ^/z Zoll mißt und im Einband weniger als 3 Unzen wiegt. -In siebzehn Jahren, seit der Ernennung des jetzigen Leiters Horace Hart, ist die Zahl der an der Ilnivorsitz' kross Angestellten von 278 auf 650 gestiegen.- Noten der Frankfurter Bank. — Die Frankfurter Bank giebt bekannt, daß Noten mit dem 31. Dezember 1901 aufhören, Zahlungsmittel zu sein. Die aufgerufenen Noten können bis zum 31. Dezember 190l bei der Kasse der Frankfurter Bank in Frank furt (Main) gegen Bargeld umgetauscht werden. Sie behalten jedoch die Kraft einfacher Schuldscheine und werden als solche an der Kasse der Bank in Frankfurt bis zum Ablauf des Jahres 1903 Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler: 1191
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